Wirtschaft

Neue Finanzlücke?: Sorge um britische Banken

Experten der unabhängigen New Economics Foundation (NEF) sehen einen neuen Finanzbedarf der britischen Geldinstitute im kommenden Jahr. Sie sprechen von rund 25 Milliarden Pfund. Die Regierung in London widerspricht dagegen dieser Einschätzung.

Auch im die Royal Bank of Scotland musste teilverstaatlicht werden.
Auch im die Royal Bank of Scotland musste teilverstaatlicht werden.(Foto: REUTERS)

Britische Banken benötigen zum Überleben nach Experten-Einschätzung im kommenden Jahr möglicherweise weitere Staatshilfen in Milliardenhöhe. Daten der Bank von England (BoE) ließen Finanzierungsprobleme bei zahlreichen Geldhäusern befürchten, teilte die unabhängige New Economics Foundation (NEF) mit.

Der Finanzbedarf könne sich auf bis zu 25 Milliarden Pfund (28,6 Milliarden Euro) pro Monat belaufen, so die NEF-Experten. Der britische Schatzkanzler George Osborne widersprach der Einschätzung. Er habe keinerlei Hinweise darauf, dass irgendeine britische Bank weitere Unterstützung brauche.

Auch der britische Bankenverband kommt zu einem anderen Schluss. Die Branche sei gut aufgestellt und könne mit möglichen neuen Finanzproblemen umgehen, erklärte der Verband.

Trennung vom Investmentbanking angemahnt

In der Finanzkrise mussten die Royal Bank of Scotland und Lloyds teilverstaatlicht werden, die Hypothekenbank Northern Rock wurde ganz vom Staat übernommen. Andere Geldhäuser wie Barclays und HSBC kamen zwar ohne Staatshilfen aus, griffen dabei aber auch auf günstige Sonderkredite der Zentralbank zurück. Bis Januar 2012 müssen britische Kreditinstitute insgesamt 185 Milliarden Pfund an die BoE zurückzahlen.

Zudem werden sie mit den strengeren Eigenkapitalvorschriften Basel III konfrontiert. Die Chefs großer britischer Banken haben vergangene Woche aber erklärt, die neuen Regeln auch ohne Kapitalerhöhung stemmen zu können.

Die NEF-Experten sprachen sich zudem dafür aus, dass die britischen Banken ihr Privatkundengeschäften vom Investmentbanking abspalten - ein Schritt, dem die Branche sehr skeptisch gegenüber steht.

Quelle: n-tv.de

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