Wirtschaft

Am Geldmarkt erfolgreichSpanien trotzt der Krise

14.06.2011, 15:28 Uhr

Im Gegensatz zu Griechenland erntet Spanien Vertrauen am Finanzmarkt. Bei der Auktion von Geldmarktpapieren mit einer Laufzeit von 18 Monaten verlangen die Investoren eine Rendite von 3,26 Prozent nach zuletzt 3,095 Prozent. Der Risikoaufschlag für zehnjährige spanische Anleihen zur vergleichbaren Bundesanleihe geht leicht zurück

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Spanien kommt um den Rettungsschirm wohl herum. (Foto: picture alliance / dpa)

Trotz der eskalierenden Schuldenkrise Griechenlands

muss Spanien am Geldmarkt kaum höhere Zinsen als zuletzt berappen. Zugleich war

die Nachfrage am Dienstag rege und lag am oberen Rand der Erwartungen.Dies gilt als gutes Omen für die am Donnerstag

geplante Emission von Staatsanleihen, bei der die Regierung in Madrid bis zu

3,5 Milliarden Euro frisches Geld aufnehmen will. "Die Nachfrage zeigt,

dass die Investoren auf Spanien vertrauen", sagte eine Analystin. Das Land

habe damit gute Chancen, nicht in den Strudel der Schuldenkrise um

Griechenland, Portugal und Irland hineingezogen zu werden.

Bei der Auktion von Geldmarktpapieren mit einer

Laufzeit von 18 Monaten verlangten die Investoren eine Rendite von 3,26 Prozent

nach zuletzt 3,095 Prozent. Auch für Staatstitel mit einjähriger Laufzeit

wurden nur geringfügig höhere Zinsen fällig. Insgesamt sammelte das klamme

Spanien rund 5,42 Milliarden Euro ein.

Der Risikoaufschlag für zehnjährige spanische Anleihen zur vergleichbaren

Bundesanleihe ging zugleich leicht zurück und fiel unter 2,5 Prozentpunkte. Von

solchen Konditionen kann das immer tiefer in den Schuldensumpf sinkende

Griechenland nur träumen.

Anleger warteten auf Ergebnisse des informellen

Treffens der EU-Finanzminister in Brüssel. Dabei sollte auch über neue

Milliarden-Hilfen für Griechenland beraten werden, da das Land nicht wie

ursprünglich erhofft 2012 mit Anleiheemissionen an die Kapitalmärkte

zurückkehren kann. Die Positionen der Teilnehmer liegen teilweise weit

auseinander.

Griechenland selbst wagte sich unterdessen trotz der

erhöhten Unsicherheit wieder an den Geldmarkt: Mit der Ausgabe von

sechsmonatigen Papieren nahm die Regierung in Athen dabei 1,625 Milliarden Euro

ein. Das Land muss allerdings fast fünf Prozent Zinsen zahlen und damit noch

einmal mehr als zuletzt.

Absetzen von "Hochschuldenstaaten"

Die Skepsis gegenüber griechischen Anleihen ist

durch eine erneute Herabstufung der Bonität Athens durch die Ratingagentur

S&P verstärkt worden. Diese hatte für einen Paukenschlag gesorgt und die

Bewertung für langfristige Hellas-Staatsanleihen um drei Stufen auf CCC zurückgestuft.

Damit ist Griechenland nun das Land mit dem weltweit schlechtesten Kreditrating

von S&P.

Spanien steht wesentlich

besser da und kann sich zunehmend von den Hochschuldenländern Griechenland,

Irland und Portugal absetzen. Das Land war im Sog der Schuldenkrise in den

Randstaaten der Euro-Zone Ende vorigen Jahres von den Märkten verstärkt ins

Visier genommen worden. Spanien gilt wegen seines konsequent eingeleiteten

Sparkurses jedoch derzeit nicht als Anwärter auf den Euro-Rettungsschirm, unter

den der Nachbar Portugal sowie Irland geflüchtet sind.

Quelle: rts