Stagnation und viele ArbeitsloseSpanier durchschreiten Tal
Spanien ist wegen der Regierungskrisen in Italien und Griechenland etwas aus dem Blickfeld geraten. Dabei hat das Land mit einer stagnierenden Wirtschaft zu kämpfen. Am 20. November finden in Spanien vorgezogene Parlamentswahlen statt.
Spaniens Wirtschaft kommt nicht auf die Beine. Das Bruttoinlandsprodukt
der viertgrößten Volkswirtschaft der Eurozone stagnierte im dritten Quartal. Im
Frühjahr hatte es noch ein Wachstum von 0,2 Prozent gegeben.
Während vom Außenhandel positive Impulse kamen, schwächelte
die Binnennachfrage. Im Vergleich zum Vorjahresquartal gab es ein Plus von 0,8 Prozent.
Die Wachstumsschwäche gefährdet das Ziel der Regierung, ihr enormes Haushaltsdefizit
zu senken.
Eine baldige Wende zum Besseren ist nicht in Sicht. "Die
rekordhohe Arbeitslosigkeit und der Umbau des Bankensektors dämpfen die mittelfristigen
Wachstumsaussichten", warnt die EU-Kommission in ihrer Herbstprognose. Spaniens
Wirtschaft wird demnach sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr um magere 0,7
Prozent zulegen, 2013 dann doppelt so schnell. Die Arbeitslosenquote wird nach den
Prognosen oberhalb der 20-Prozent-Marke verharren. Sie ist die höchste aller EU-Länder.
Wahlen stehen bevor
Die Märkte reagierten gelassen auf die Zahlen aus
Madrid. "Natürlich ist eine Stagnation nicht erstrebenswert, aber der Markt
hatte Angst, dass mit schlechteren Daten auch Spaniens Finanzierbarkeit wieder auf
den Radar kommt", sagt ein Händler.
Am 20. November finden in Spanien vorgezogene Parlamentswahlen
statt. Es wird mit einer Niederlage der regierenden Sozialisten (PSOE) gerechnet. Ministerpräsident Jose Luis
Rodriguez Zapatero hat sich nicht mehr als Spitzenkandidat aufstellen lassen.
Nächster Regierungschef wird voraussichtlich Mariano Rajoy von der
konservativen Volkspartei (PP).