Sonntag, 21. Februar 2010
Dogan gibt klein bei: Springer-Deal auf Eis
Dogan beherrscht die Hälfte des privaten türkischen Medienmarktes.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Der deutsche Konzern wolle vor der beabsichtigten Aufstockung seiner Anteile den laufenden Steuerstreit zwischen Dogan und der Regierung in Ankara abwarten, sagte eine Unternehmenssprecherin. "Die Vertragsparteien beabsichtigen weiterhin eine zusätzliche Partnerschaft über die bestehende Beteiligung hinaus", betonte Springer-Sprecherin Edda Fels. Die Sache liege allerdings "wegen des Steuerverfahrens weiter auf Eis".
Türkische Medien hatten berichtet, die Dogan-Gruppe verzichte wegen des Steuerstreits mit der Regierung auf ein größeres Engagement ihres deutschen Partners. Bei der Dogan TV Holding, an der Springer bereits Anteile hält, sollte es diesen Angaben zufolge eine Kapitalerhöhung in Höhe von 385 Mio. Euro geben, ohne dass sich Springer daran beteilige.
Der deutsche Medienkonzern hatte im November 2009 angekündigt, 29 Prozent der Anteile an der Dogan-Holding ("Hürriyet", "Milliyet") zu kaufen. Voraussetzung sei aber, dass "laufende steuerliche und regulatorische Verfahren erfolgreich beigelegt werden". Springer ist bereits mit knapp 10,0 Prozent an der Dogan-Holding beteiligt und hält 25 Prozent an Dogan TV. "Es gibt keinen neuen Stand", sagte Fels und fügte hinzu: "Es trifft nicht zu, dass die Vertragspartner von ihren Vereinbarungen Abstand genommen haben."
Dogan, die führende Mediengruppe der Türkei, hatte sich mit der Regierungspartei AKP von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan angelegt. Die Spannungen waren gestiegen, nachdem Dogan-Medien über einen Spendenskandal im Umfeld AKP berichtet hatten.
Die Behörden beschuldigen Dogan danach unter anderem, für Einnahmen, die beim Verkauf von Anteilen zwischen Unternehmen der Gruppe sowie an Axel Springer erzielt wurden, nicht ausreichend Steuern gezahlt zu haben. Wegen umstrittener Steuervergehen soll Dogan insgesamt 4,8 Mrd. Lira (etwa 2,2 Mrd. Euro) an Strafen zahlen. Der Streit wird vor türkischen Gerichten ausgetragen.
dpa
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