Bundesliga-Videos gegen GeldSpringer nimmt es sportlich

Bei den Werbeerlösen haben die digitalen Angebote des Springer-Verlags die traditionellen gedruckten Angebote schon von der Spitze vertrieben, nun sollen die Nutzer stärker für Onlineinhalte zur Kasse gebeten werden. Für Bundesliga-Videos verlangt der Konzern künftig Geld und erhofft sich dadurch Millionenumsätze.
Der Medienkonzern Axel Springer setzt weiter auf seine Digitalstrategie und hofft, mit seinen erstmals erworbenen Übertragungsrechten für die Fußball-Bundesliga das Fundament für eine Bezahl-Kultur im Internet zu schaffen. Die Bundesliga sei dabei die "Speerspitze", denn generell biete der Sport "viel Potenzial für Bezahl-Inhalte".
Wie viele Nutzer voraussichtlich die Bundesliga-Online-Clips anschauen sollen, wollte der Konzern nicht beziffern. Die Nutzerzahl sei nicht abschätzbar, präzise Planungen wären auch "nicht seriös". Es werde aber damit gerechnet, dass "viele" Interessenten die Clips über Smartphones und Tablets abrufen werden.
Axel Springer engagiert sich erstmals im Fußballbereich. Nach dem Zuschlag durch den Ligaverband Mitte April darf der Konzern von der Saison 2013/14 an bis 2016/17 von allen Spielen Clips im Web-TV und Mobilfunk anbieten. Deren Abruf ist eine Stunde nach Spielende als Pay-Angebot und ab 0.00 Uhr des Folgetages frei empfangbar möglich.
Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Nun konkretisierte der Medienkonzern die Kosten immerhin auf einen "mittleren einstelligen Millionenbetrag pro Jahr". Das passt zusammen mit Informationen des "Spiegel", wonach Axel Springer für die gesamte Laufzeit 20 Mio. Euro bezahlt haben soll. Von seinem Fußball-Engagement verspricht sich der Konzern vor allem, einen neuen Markt und neue Nutzergewohnheiten zu erschließen.
Print fällt zurück
Auch insgesamt hält der Konzern an seiner Digitalisierungsstrategie fest. Schon jetzt führt der Konzern die Wachstumseffekte im Quartal auf diese zurück. Die Umsatzerlöse stiegen in den ersten drei Monaten auch dank organischen Wachstums und der Konsolidierung neuer Gesellschaften um 7,1 Prozent auf 789 Mio. Euro. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen bleiben dem Konzern - unter Herausrechnung diverser Effekte - 136,5 Mio. Euro. Das sind 7,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Konzernüberschuss liegt bei 68,5 Mio. Euro, ein Plus von 8,8 Prozent.
Wie wichtig das Digitalgeschäft inzwischen ist, zeigt sich bei den Anzeigen: Mehr als die Hälfte der gesamten Werbeerlöse und ein Drittel des operativen Ergebnisses stammt mittlerweile aus diesem Segment.
Die Werbe- wie Vertriebserlöse legten auch konzernweit zu. Die Werbeerlöse wuchsen um 10,3 Prozent auf 399,6 Mio. Euro. Diese Erlöskategorie machte somit mehr als die Hälfte des Quartalsumsatzes des Konzerns aus. Die Vertriebserlöse stiegen insgesamt um 1,4 Prozent auf 293,8 Mio. Euro.
Nahziel Augenhöhe
In den vergangenen Monaten habe der Konzern seine digitalen Aktivitäten mit gezielten Akquisitionen weiter verstärkt und hier vor allem die internationale Expansion vorangetrieben, sagte Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner. Umsatzbringer aus dem Digitalbereich braucht der Konzern auch, um sein langfristiges Ziel zu erreichen. Bis 2016 bis 2018 will Axel Springer beim Umsatz ein ausgewogenes Verhältnis zwischen digitalen und Printmedien erreichen. 2011 lag der Schwerpunkt noch deutlich im traditionellen Geschäft: 69 Prozent der Umsätze stammten nach Angaben des Konzerns aus dem Print-, 31 Prozent aus dem Digitalgeschäft. Im ersten Quartal ist der für die Berliner so wichtige Digital-Anteil auf 33,3 Prozent gestiegen.
In absoluten Zahlen kletterten die Erlöse um fast ein Drittel auf 263,1 Millionen Euro. Sie blieben damit nur knapp hinter den Erlösen der inländischen Zeitungen zurück, dem derzeit umsatzstärksten Segment mit 275,9 Millionen Euro (minus 1,4 Prozent).
Das Segment Zeitschriften National wuchs um 1,4 Prozent auf 115,5 Millionen Euro. Die Geschäftsentwicklung im Segment Print International wurde durch anhaltend schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen in wichtigen Auslandsmärkten beeinträchtigt. Der Umsatz schrumpfte entsprechend um 7,3 Prozent auf 104,6 Millionen Euro. Trotz dieser Schwierigkeiten will Axel Springer aber auch langfristig am ausländischen Printmarkt festhalten. Der Umsatz im Bereich Services/Holding legte um 7,3 Prozent auf 30,0 Millionen Euro zu.