Wirtschaft

Ungesicherter Saab-VerkaufSpyker sucht noch Geld

02.02.2010, 11:21 Uhr

Die Zusage zum Verkauf der schwedischen GM-Tochter Saab steht, doch bei der Finanzierung klaffen offenbar noch Lücken. Der niederländische Autobauer Spyker sucht dringend nach finanzieller Unterstützung. Spätestens bis zum Sommer muss Spyker-Chef Victor Muller das Geld auftreiben.

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Sieht aus wie ein Traum und könnte im schlimmsten Fall auch einer bleiben: Die Hochzeit von Saab und Spyker. (Foto: REUTERS)

Die niederländische Sportwagenschmiede Spyker hat die Finanzierung für den Kauf der schwedischen GM-Tochter Saab noch nicht in trockenen Tüchern. Rund ein Drittel der Barmittel von insgesamt 74 Mio. Dollar müssten noch aufgebracht werden, teilte Spyker mit. Die erste Barzahlung von 50 Mio. Dollar komme zur Hälfte aus einem Kredit von Spyker-Chef Victor Muller und zur Hälfte aus neu ausgegebenen Anteilen.

Die zweite, am 15. Juli fällig werdende Barzahlung von 24 Mio. Dollar sei noch nicht finanziert. Spyker-Chef Muller sagte dem "Svenska Dagbladet", es bleibe noch reichlich Zeit und es gebe viele Möglichkeiten, an das Geld zu kommen.

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Reichlich Zeit: Spyker-Chef Victor Muller. (Foto: REUTERS)

Nach monatelangem Gerangel stand GM kurz davor, Saab abzuwickeln. Der Exklusiv-Hersteller Spyker kaufte Saab in letzter Minute für insgesamt 400 Mio. Dollar - davon 326 Mio. Dollar in Vorzugsaktien.

Das winzige Unternehmen aus den Niederlanden startet damit den kühnen Versuch, das ungleich größere Unternehmen wieder auf Erfolgskurs zu bringen.

Obwohl Saab eine treue Fan-Gemeinde hat, verdiente der Konzern in den vergangenen zwei Jahrzehnten selten Geld. Spyker teilte weiter mit, Saab solle bis 2012 in die schwarzen Zahlen zurückkehren.

Die schwedische Traditionsmarke werde sich künftig auf die Produktion von drei bis vier Nischen-Modellen konzentrieren und benötige dafür eine Milliarde Euro.

Quelle: rts