Mittwoch, 15. Juli 2009
Millionenbonus für HSH-Chef: Steinbrück ist sauer
Die millionenschweren Bonuszahlungen für den Vorstandschef der staatlich gestützten HSH Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, sind Bundesfinanzminister Peer Steinbrück ein Dorn im Auge. Der SPD-Politiker sei deutlich verärgert über die bekanntgewordenen Zahlungen, sagte Steinbrücks Sprecher Stefan Olbermann in Berlin.
Peer Steinbrück: "Da kann einem schon der Kragen platzen."
(Foto: dpa)
Medienberichten zufolge hatte Steinbrück gesagt, es könne nicht sein, dass sich manche Manager ihre Taschen mit dem Geld der Steuerzahler füllten. Ohne Staatshilfen in Milliardenhöhe gäbe es die Bank heute nicht mehr. "Da kann einem schon der Kragen platzen", monierte der Minister demnach.
Nonnenmacher hatte trotz der schweren Krise der Bank und der staatlichen Milliardenhilfen einen Bonus von 2,9 Mio. Euro bekommen. Das Grundgehalt der HSH-Banker ist wegen der Rettungshilfen auf 500.000 Euro begrenzt. Die Zusatzzahlung für Nonnenmacher komme dadurch zustande, dass dieser mehrere Monate lang verschiedene Vorstandsämter gleichzeitig ausgeübt habe, hatte HSH-Aufsichtsratschef Hilmar Kopper kürzlich erklärt. Nonnenmacher war im November 2008 an die Spitze der strauchelnden Landesbank gerückt.
Dirk Jens Nonnenmacher
(Foto: dpa)
Die HSH Nordbank war in Folge der Finanzkrise in eine bedrohliche Schieflage geraten und konnte nur durch Milliardenhilfen ihrer staatlichen Eigentümer, der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, gerettet werden. Diese mussten dem Institut drei Mrd. Euro Kapital und zehn Mrd. Euro Garantien zuschießen. Seither sind sie mit zusammen 85 Prozent weitaus größer Aktionär der Landesbank. Die Hintergründe der Schieflage beleuchten derzeit Untersuchungsausschüsse in den Parlamenten in Kiel und Hamburg.
wne/rts
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