Mittwoch, 05. August 2009
Betrug bei der Abwrackprämie: Steinbrück will ermitteln
Autohändler sollen in tausenden Fällen bei der Abwrackprämie betrogen haben, indem sie die zur Verschrottung bestimmten Autos trotz Prämienzahlungen weiterverkauft haben. Nach Schätzungen des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) wurden bis zu 50.000 Wagen illegal nach Afrika oder Osteuropa transportiert, wie BDK-Vize Wilfried Albishausen der "Bild"-Zeitung sagte. "Organisierte Recycler machen hier Geschäfte." Fünf bis zehn Prozent der bisher angeblich verschrotteten Fahrzeuge seien ins Ausland verkauft worden.
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) fordert, einen möglichen Missbrauch bei der Abwrackprämie zu prüfen. "Dem wird man nachgehen müssen", sagte Steinbrück am Mittwoch in Berlin. Wenn ein Missbrauch belegt werden könne, müssten geldwerte Vorteile möglicherweise wieder eingeholt werden wie bei anderen Missbrauchstatbeständen auch. Steinbrück betonte zugleich: "Sie können einen Missbrauch nie ganz ausschließen."
Sondererfassung bei Betrugsfällen
Bundesfinanzminister Steinbrück will den Betrugsfällen nachgehen und notfalls Prämien zurückfordern.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
In der Kriminalstatistik erfasst werden die Fälle laut Albishausen nicht. Deshalb müsse es künftig bei entsprechenden Regelungen eine Sondererfassung geben, forderte er. Albishausen hatte bereits im April vor Betrug bei der Abwrackprämie gewarnt. Damals schätzte er die Zahl der zur Verschrottung bestimmten Autos, die ins Ausland verkauft wurden, auf mindestens 500 Wagen.
Zur Bekämpfung von Missbrauch müssen Autokäufer seit März beim Antrag auf die Abwrackprämie den entwerteten Fahrzeugbrief ihres Altautos im Original einreichen. Bis dahin waren auch Kopien akzeptiert worden.
mme/nne/AFP
Hintergründe zur Nachricht
Wirtschaft
-
In kleinen Schritten nach oben
Dax macht Boden gut
-
E.ON-Kurs vor Rückgang?
122% Gewinn bei Kurs von 13€
-
Von Vkontakte bis Kayak
Facebook schockt Internet-IPOs
-
Alarmglocken schrillen
Verluste in Asien auf breiter Front
-
Brent in Richtung 100 Dollar
Ölpreise bleiben auf Talfahrt
-
Anshu Jain
"Regenmacher" aus Indien
-
Von wegen Wonnemonat Mai
Dax-Talfahrt geht weiter
-
Zeitenwende bei der Deutschen Bank
Ackermann tritt ab
-
"Dinge beginnen, hässlich zu werden"
Spanien-Sorgen belasten Euro
-
Instagram-Deal macht Sorgen
Facebook-Kurs steckt in Abwärtsspirale
-
Griechenland-Exit kein Todesstoß
Axa sorgt vor
-
Stimmungstöter Europa
Kursverluste an der Wall Street
