Samstag, 15. August 2009
Umstrittene HSH-Boni: Steinbrücks guter Rat
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher aufgefordert, auf seine umstrittenen Boni zu verzichten. "Ich würde Herrn Nonnenmacher raten, nicht auf Ansprüche aus einer anderen Zeit zu bestehen." Außerdem solle der Aufsichtsrat prüfen, ob durch die staatliche Hilfe nicht die Grundlage für jegliche Bonuszahlungen entfallen sei.
Bonuszahlungen zur falschen Zeit können ins Auge gehen, findet Finanzminister Steinbrück.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
"Manche Banker begreifen nicht, dass sie jede Akzeptanz in der Bevölkerung verspielen", sagte Steinbrück dem "Hamburger Abendblatt". "Sie leben in einer Scheinwelt und glauben, dass sie einen unverbrüchlichen Anspruch auf Bonuszahlungen haben." Der Minister fügte erneut hinzu, manche Manager hätten "den Knall nicht gehört". Nonnenmacher hatte für Empörung gesorgt, als bekannt wurde, dass er trotz Milliardenverlusten seiner Bank eine Sonderzahlung über 2,9 Mio. Euro erhalten soll. Auch soll es für wichtige Mitarbeiter eine "Bleibeprämie" geben, um sie so im Unternehmen zu halten.
"Wenn Hamburg und Schleswig-Holstein nicht mit dem Geld der Steuerzahler eingesprungen wären, hätte Herr Nonnenmacher jetzt gar nichts", sagte Steinbrück. Die beiden Nordländer, Haupteigentümer des Kreditinstituts, hatten die Bank durch eine Kapitalspritze über drei Mrd. Euro und Garantien über zehn Mrd. Euro vor dem Kollaps bewahrt. Inzwischen beschäftigen sich in Schleswig-Holstein und auch in Hamburg Untersuchungsausschüsse mit dem Geschäftsgebaren der Bank.
Der Bundesfinanzminister stellte auch die Zahl der Landesbanken in Deutschland in Frage. Er sei sich zwar nicht "ganz sicher, welche Vorstellungen Herr Nonnenmacher von einem tragfähigen Geschäftsmodell hat". Er halte es aber "für eine absolute Illusion, dass es in Deutschland bei sieben eigenständigen Landesbanken bleiben kann. Der Sektor muss dringend konsolidiert werden", betonte Steinbrück.
sla/rts/dpa
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