Wirtschaft
Ein tragischer Selbstmord belastet Thales.
Ein tragischer Selbstmord belastet Thales.(Foto: Reuters)
Montag, 26. Oktober 2009

Thales liegt lahm: Streik nach Selbstmord

Die Selbstmordreihe in Frankreich reißt nicht ab. Nach dem Suizid einer Mitarbeiterin von Thales ist die Belegschaft eines Werks komplett in den Streik getreten.

Nach dem Selbstmord einer Mitarbeiterin beim französischen Rüstungskonzern Thales haben mehrere hundert Kollegen ihre Arbeit niedergelegt. Die Beschäftigten versammelten sich am Vormittag vor dem Thales-Werk nahe Rennes in der Bretagne. Sie gedachten ihrer Kollegin mit einer Schweigeminute. Die 45-Jährige hatte sich am Freitag zu Hause umgebracht. Gewerkschaftsmitglieder stellten einen Zusammenhang zwischen dem Suizid und den Arbeitsbedingungen bei Thales MicroElectronics her.

Die Kollegin sei als Führungskraft "sehr menschlich" gewesen, sagte eine Mitarbeiterin in Châteaubourg. Sie sei aber degradiert worden und habe "eine entwertende Arbeit" machen müssen. Der Verteidigungs- und Elektronikkonzern bot den 530 Beschäftigten des Werkes am Wochenende psychologischen Beistand an. Die Geschäftsführung beriet sich am Vormittag mit den Gewerkschaften.

Beim Telekommunikationsriesen France Télécom haben sich in weniger als zwei Jahren 25 Beschäftigte das Leben genommen. Während Psychologen darauf hinweisen, dass die Zahl in einem Konzern mit 100.000 Beschäftigten der Quote innerhalb der Gesamtbevölkerung entspreche, machen Gewerkschaften schlechte Arbeitsbedingungen und folglich das Unternehmen für die Suizide verantwortlich.

Quelle: n-tv.de

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