Kampf um Torontos BörseTMX bleibt begehrt
Das Management der Börse in Toronto lehnt das Übernahmeangebot einer Gruppe kanadischer Banken und Pensionsfonds ab. Doch diese lässt nicht locker und wendet sich nun direkt an die Aktionäre.
Der Kampf um den kanadischen Börsenbetreiber TMX Group geht weiter. Ein Konsortium aus heimischen Banken und Pensionsfonds kündigte an, sein Angebot in Höhe von 3,6 Mrd. kanadischen Dollar (2,6 Mrd. Euro) direkt den TMX-Aktionären vorzulegen. TMX hatte die Avancen zuvor zurückgewiesen und will stattdessen mit der Londoner Börse zusammengehen. Das Angebot der London Stock Exchange (LSE) von umgerechnet 2,1 Mrd. Euro wurde im Februar bekanntgegeben. Die Aktionäre beider Unternehmen sollen am 30. Juni über die Fusion entscheiden.
Die LSE will sich mit dem Zukauf im Wettstreit um internationale Investoren stärken. Gemeinsam mit der TMX will sie zum weltweit viertgrößten Handelsplatz und zur Nummer eins im Geschäft mit Rohstoffaktien aufsteigen. Gegner in Kanada befürchten, dass die heimischen Kapitalmärkte damit unter ausländische Kontrolle fallen.
Der Kampf um TMX ist Teil einer Fusionswelle, die derzeit durch die Börsenlandschaft rollt. So wollen sich die Deutsche Börse in Frankfurt und die New Yorker NYSE Euronext zum weltgrößten Handelsplatz für Aktien und Derivate zusammenschließen. Auch hier hatte sich Widerstand formiert. Die US-Rivalen Nasdaq OMX und ICE zogen ihr Übernahmeangebot für die NYSE aber kürzlich zurück.