Wirtschaft

Jobabbau bei US-TochterTelekom schließt Call Center

23.03.2012, 08:15 Uhr
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(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Eigentlich wollte die Deutsche Telekom die verlustreiche Tochter T-Mobile USA für viel Geld loswerden. Nachdem der Verkauf an den großen Konkurrenten am Widerstand der Kartellwächter scheiterte, werden jetzt Call Center geschlossen und das Netz ausgebaut.

Die Deutsche Telekom setzt bei ihrer schwächelnden

US-Mobilfunktochter T-Mobile USA den Rotstift an. In einem ersten Schritt werde

die Zahl der Call-Center-Standorte von 24 auf 17 reduziert, teilte T-Mobile USA

mit. Netto fielen 1900 Stellen weg. Insgesamt seien von den Schließungen zwar

3300 Arbeitsplätze betroffen, 1400 würden jedoch in den verbleibenden

Call-Centern aufgestockt.

"Dies sind keine leichten Schritte, sie sind

aber notwendig, um Effizienzvorteile zu schaffen und in Wachstum investieren zu

können", sagte Philipp Humm, Chef von T-Mobile USA. Zusätzlich seien

weitere Maßnahmen zur Restrukturierung in anderen Geschäftsbereichen geplant,

die bis Ende des zweiten Quartals umgesetzt werden sollen.

Nach dem gescheiterten Verkauf der Tochter an den Konkurrenten

AT&T wird das Netz in den USA auf den neuen schnellen Datenfunk LTE (Long

Term Evolution) aufgerüstet. Die Investitionen lägen bei insgesamt vier

Milliarden Dollar. Diese Summe hatte Humm bereits Ende Februar genannt. Die

Probleme von T-Mobile USA waren zuletzt die ungenügend ausgebauten Netze und

das Fehlen von Apples iPhone im Angebot - ein Grund, warum Kunden wegliefen.

Die hohen Ausgaben werden jedoch kann die Telekom

jedoch weitgehend von der Zahlung ausgeglichen, die AT&T für das Scheitern

der Übernahme leisten musste. Der US-Riese zahlte der Deutschen Telekom drei

Milliarden Dollar in bar. Zudem darf die Telekom das Netz des größeren Rivalen

mit nutzen, das sogenannte Roaming, und bekommt überdies begehrte

Funkfrequenzen. AT&T bezifferte den Gesamtwert des Ausgleichspakets auf 4

Milliarden Dollar. AT&T wollte sich den Kauf eigentlich 39 Milliarden

Dollar kosten lassen, scheiterte jedoch am Widerstand der Wettbewerbshüter.

Quelle: ntv.de, dpa