Daimler und Rolls-Royce fast am ZielTognum kurz vor Übernahme
Einen Tag vor Ablauf der Übernahmeofferte für den Motorenhersteller Tognum sichern sich Daimler und Rolls-Royce knapp die Hälfte der Anteile. Daimler selbst ist bereits seit 2008 Großaktionär.
Daimler und Rolls-Royce stehen kurz vor der Übernahme des Dieselmotorenherstellers Tognum. Beide Konzerne halten inzwischen 48,5 Prozent der Anteile. Die Annahmefrist der Übernahmeofferte endet um Mitternacht. Daimler und Rolls-Royce wollen am kommenden Montag die offizielle Annahmequote veröffentlichen.
Im Anschluss daran beginnt die zweiwöchige "Zaunkönig-Regelung". Laut den Bestimmungen des deutschen Übernahmegesetzes haben unentschlossene Aktionäre im Falle eines erfolgreichen Übernahmeangebots die Möglichkeit, ihre Aktien noch 14 Tage nach Ablauf der eigentlichen Andienungsfrist zu den gegebenen Konditionen zu verkaufen.
Nachdem das ursprüngliche Angebot bei den Tognum-Aktionären auf wenig Resonanz dafür aber auf viel Kritik gestoßen war, erkauften sich Daimler und die Briten die Zustimmung der Anteilseigener Mitte Mai mit einer Aufstockung der ursprünglichen Offerte um 2 auf 26 Euro je Aktie. Im Zuge der Aufbesserung senkten Daimler und Rolls-Royce die Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent plus einer Aktie auf 30 Prozent. Damit sollte sichergestellt werden, dass die Übernahme tatsächlich zustande kommt. Diese Marke wurde bereits in der vergangenen Woche geknackt.
Vor dem Übernahmeangebot hatte Daimler schon 28,43 Prozent der Anteile an Tognum gehalten. Nach der verbesserten Offerte hatten Management und Aufsichtsrat des Friedrichshafener Unternehmens ihren Widerstand gegen die Übernahmeofferte aufgegeben. Die Spitzenmanager brachten ihre eigenen Aktien ein. Vorstände und Aufsichtsräte hielten rund fünf Prozent der Anteile. Mit den Papieren der Tognum-Manager kamen der Autobauer und Rolls-Royce bereits deutlich über die erforderliche Schwelle von 30 Prozent.
Die nachgebesserte Offerte bewertete das am Bodensee ansässige Unternehmen mit gut 3,4 Mrd. Euro. Daimler und Rolls-Royce wollen es zu einem weltweiten Marktführer für Industriemotoren machen.