Initiative zur "Qualitätssicherung"Toyota probt den Neustart
Nachdem Toyota weltweit mehr als acht Millionen Autos zurückgerufen hat, kommt erstmals ein neu gegründetes Sonderkomitee zusammen. Die Expertengruppe soll den Kundenbeschwerden nachgehen und um das Vertrauen der Kunden werben.
Der japanische Autobauer Toyota will künftig schneller auf Kundenbeschwerden aus aller Welt reagieren. In Toyota, dem Sitz der Firma im Zentrum Japans, tagte erstmals eine neu eingesetzte Arbeitsgruppe für die internationale Qualitätssicherung, wie Vorstandschef Akio Toyoda sagte.
Ihre Aufgabe sei es, "sorgfältig der Stimme des Kunden zu lauschen". Dies sei der Schlüssel, das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen. Die Arbeitsgruppe soll dafür sorgen, dass Kundenbeschwerden schnell auch in der Unternehmensführung wahrgenommen werden, und sie soll Rückrufaktionen organisieren.
Die Gruppe ist mit Beschäftigten des Konzerns aus aller Welt besetzt, und zwar vor allem mit solchen, die nicht aus Japan stammen. Damit bricht Toyota mit einer langen Tradition: Bislang waren in den Führungsebenen des Konzerns wenig Ausländer vertreten.
Ergebnisse bis Juni erwartet
In allen Regionen der Welt sollen zudem "Expertengruppen", besetzt mit Wissenschaftlern, Ingenieuren, Vertretern von Verbraucherorganisationen und Firmenvertretern, tagen. Sie sollen bis Juni Ergebnisse vorlegen, kündigte Firmenchef Toyoda an.
Toyota hatte in den vergangenen Monaten fast neun Millionen Autos wegen technischer Probleme in die Werkstätten zurückrufen müssen. Der japanische Konzern war scharf dafür kritisiert worden, dass er zu langsam und teils auch widersprüchlich reagiert habe. In den USA, wo Toyota die meisten Autos zurückrufen musste, haben zahlreiche Fahrzeugbesitzer gegen den Konzern geklagt. Dort setzt das Unternehmen nun eine schnelle Eingreiftruppe aus Technikern ein, die bei technischen Problemen sofort die Autos vor Ort untersuchen sollen.