Wirtschaft

Karstadt-Übernahme: Triton hat Bedingungen

Der deutsch-schwedische Finanzinvestor Triton knüpft sein Kaufangebot für die insolvente Warenhauskette Karstadt an Bedingungen. "Das Konzept sieht weitere Konzessionen bei den Mitarbeitern und den Vermietern vor", sagt ein Triton-Sprecher.

Endlich ist ein Investor in Sicht - aber er stellt Bedingungen.
Endlich ist ein Investor in Sicht - aber er stellt Bedingungen.(Foto: dpa)

Zum einen geht es um die in der Branche als zu großzügig geltenden Regelungen mit den Arbeitnehmern. Die Tarifverträge seien so nicht haltbar. Außerdem müssen die Mieten der Kaufhäuser weiter nach unten.

Damit bestätigte der Sprecher einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". "Wir wollen sanieren, nicht abwickeln", hieß es weiter. Das Unternehmen glaube an das Potenzial von Karstadt. Voraussetzung sei aber, dass "sich alle noch mal bewegen". Triton habe seinem Angebot ein strategisches Konzept beigefügt und wolle "nicht mit verdeckten Karten spielen", betonte der Sprecher. Angesichts der 25 000 Karstadt-Beschäftigten dürfe man sich keine Zweideutigkeit leisten.

Der Insolvenzverwalter von Karstadt, Klaus Hubert Görg, hatte am Freitagabend bestätigt, dass bis zum Ablauf der offiziellen Frist für Übernahmeangebote, ein Angebot für das Warenhaus eingegangen  sei. Insolvenzverwaltung und Geschäftsleitung wollten die Angebotsunterlagen nun "so zügig wie möglich und gründlich wie nötig prüfen". Karstadt war 2009 zusammen mit seinem Mutterkonzern Arcandor Pleite gegangen. Görg will 120 Karstadt-Häuser an einen Bieter verkaufen und so eine Zerschlagung des Unternehmens vermeiden.

Die Mehrzahl der verbliebenen 120 Karstadt-Filialen gehört dem Immobilienfonds Highstreet der Investmentbank Goldman Sachs, die seit der Insolvenz einer der größten Gläubiger Karstadts ist. Insolvenzverwalter Görg hatte im Vorfeld ausgehandelt, dass Highstreet für einen potenziellen Käufer bereits auf Mieteinnahmen in Höhe von 150 Mio. Euro verzichten würde. Allerdings soll auch Goldman Sachs selbst inzwischen mit dem Gedanken spielen, Karstadt zu übernehmen. Der endgültige Abschluss des Verkaufsprozesses ist bis zum 30. September geplant.

Die 25.000 Karstadt-Beschäftigten sowie Vermieter und Dienstleister hatten sich bereits im Insolvenzplan zu Einschnitten in Millionenhöhe bereit erklärt. Die Karstadt-Gläubiger sollen auf bis zu 97 Prozent ihrer angemeldeten Forderungen von 2,7 Mrd. Euro verzichten.

Quelle: n-tv.de

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