Donnerstag, 26. August 2010
Ex-Manager erobern Aufsichtsrat: Turbulenzen bei Arques
Bei der Beteiligungsfirma Arques kommt es auf der Hauptversammlung zu einem Paukenschlag. Ex-Vorstandschef Löw und Ex-Aufsichtsratschef Judis ziehen in das Kontrollgremium ein. Der amtierende Aufsichtsratschef Obermeier bekommt keine Mehrheit. Sein Amt übernimmt LöwDie frühere Führungsspitze der Beteiligungsfirma Arques hat auf der Hauptversammlung das Unternehmen wieder unter ihre Kontrolle gebracht. Der einstige Vorstandschef Peter Löw und der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Michael Judis kippten mit Hilfe des US-Fonds Oppenheimer und weiterer Aktionäre bei der Wahl zum Kontrollgremium drei von fünf Kandidaten.
Auch Aufsichtsratschef Georg Obermeier erreichte nicht die erforderliche Mehrheit. Dabei stimmte Oppenheimer gegen seinen eigenen Antrag, der die Wahl Obermeiers und der beiden anderen Kandidaten vorgesehen hatte.
Im folgenden Wahlgang zogen Löw, Judis sowie der Anwalt Hubertus von Hohenlohe-Langenburg mit großer Stimmenmehrheit in den Aufsichtsrat ein. Löw wurde dann zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Zuvor hatte die Hauptversammlung den amtierenden Vorständen Hans Gisbert Ulmke und Michael Hütten die Entlastung verweigert.
Gigaset-Verkauf gefährdet
Arques steuert damit voraussichtlich auf einen Rechtsstreit zu. In Aufsichtsratskreisen wurde der Verdacht geäußert, Aktienpakete von Löw-Vertrauten seien in Wirklichkeit dem Ex-Chef zuzurechnen. Zudem hätten sich die Ex-Manager heimlich und damit rechtswidrig mit Oppenheimer verbündet. Löw wies dies zurück. Obermeier sagte lediglich, es sei noch unklar, ob alle Meldepflichten aller Aktionäre erfüllt worden seien und daher die Beschlüsse Bestand haben.
Durch den Putsch drohen Arques' Pläne zum Verkauf der Tochter Gigaset ins Wanken zu geraten. Löw hatte am Rande des Aktionärstreffens angekündigt, den aktuellen Vorstand zu entmachten und gewarnt, der Telefonhersteller könnte verramscht werden. Arques ist nach Auffassung von Aktionärsvertretern auf den Verkauf des größten deutschen Telefonherstellers angewiesen. "Sich mit Siemens gütlich zu einigen und Gigaset zu veräußern ist der einzige sinnvolle Weg, um wenigstens das Überleben zu sichern", sagte Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK).
wne/rts
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