Öl-Dollar zurück in die USATwitter-Prinz gibt Millionen aus

Der unheimliche Erfolg des schnellen Gezwitschers im Internet zieht Kapital aus der Golfregion magisch an: Nach monatelangen Verhandlungen darf ein Spross aus dem saudischen Königshaus eine dreistellige Millionensumme für Twitter-Anteile ausgeben. Prinz Alwaleed Bin Talal wittert bei Twitter das große Geschäft.
Der Internet-Kurznachrichtendienst Twitter kann sich über einen neuen Großinvestor freuen. Der saudische Prinz Alwaleed Bin Talal steigt mit 300 Mio. US-Dollar ein.
Wie viele Twitter-Anteile sich der Neffe des saudi-arabischen Königs Abdullah mit dieser Summe sichern konnte, blieb zunächst offen. Die "strategische" Investition sei das Ergebnis monatelanger Verhandlungen gewesen, hieß es dazu lediglich. Bei der vergangenen Finanzierungsrunde im Sommer soll das US-Unternehmen Twitter.com mit 8,4 Mrd. Dollar bewertet worden sein. Gemessen an dieser Summe wäre ein 300 Mio. Dollar schwerer Anteil entsprechend übersichtlich.
Prinz Alwaleed zählt zu den reichsten Leuten der Welt. Das Magazin "Forbes" führt ihn in seiner aktuellen Rangliste auf Platz 26 mit einem geschätzten Vermögen von knapp 20 Mrd. Dollar. Er ist auch an diversen großen US-Unternehmen wie General Motors oder Apple beteiligt. Der Einstieg bei Twitter ist damit für ihn nicht viel mehr als eine Ergänzung im Portfolio. Während sich der Einfluss und die Öffentlichkeitswirkung von Twitter längst nicht mehr von der Hand weisen lassen, bleiben Geschäftsmodell und Ertragsaussichten des des Mikroblog-Dienstes weitgehend unklar.
Bei Twitter können Nutzer kostenlos bis zu 140 Zeichen lange Nachrichten über das Internet verschicken. Der Name Twitter spielt mit dem englischen Wort für Gezwitscher. Die einzelnen Textbeiträge werden "Tweets" genannt. Häufig genutzt wird dieser Service für Link-Empfehlungen zu Nachrichten, Hinweise zu Webseiten, Kommentaren oder Bildern. Der Dienst hat sich inzwischen auch zu einem wichtigen Kanal für die Medienbranche entwickelt und hat mehr als 100 Millionen aktive Nutzer.