Wirtschaft

Die Hoffnung wächstUS-Arbeitsmarkt hellt sich auf

07.04.2011, 15:48 Uhr

Frühjahrsbelebung am US-Arbeitsmarkt: Die Erwerbslosenquote sinkt, auch die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe geht zurück. Doch noch immer sind 13,5 Millionen Amerikaner ohne Job.

RTXW9WH
Ein Personalvermittler auf einer Job-Messe in New Jersey. (Foto: REUTERS)

Die Serie ermutigender Signale am kriselnden US-Arbeitsmarkt setzt sich fort. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen in der vergangenen Woche um 10.000 auf 382.000 und damit etwas stärker als von Experten erwartet, wie die Regierung in Washington mitteilte. Die Zahl der Vorwoche wurde allerdings von 388.000 auf 392.000 nach oben revidiert. Im Vier-Wochen-Schnitt, der den Trend besser wiedergibt, fiel die Zahl der Erstanträge um knapp 6000 auf 389.500.

Damit blieben die wöchentlichen Zahlen zum vierten Mal in Folge unter der Marke von 400.000, die Vier-Wochen-Zahlen zum sechsten Mal in Folge. Dies deutet in der Regel auf einen nachhaltigen Stellenaufbau hin.

Die Daten unterstützen die zuletzt aufkeimende Hoffnung auf eine Frühjahrsbelebung an dem seit der Wirtschafts- und Finanzkrise darniederliegenden Arbeitsmarkt in den USA. Im März fiel die Arbeitslosenquote auf 8,8 Prozent und damit den tiefsten Stand seit zwei Jahren. Zugleich nahm die Zahl der Erwerbstätigen so stark zu wie seit zehn Monaten nicht mehr.

Seit Beginn der Krise hat der US-Arbeitsmarkt einen enormen Aderlass verzeichnet. Mehr als acht Millionen Jobs gingen verloren, von denen nur ein Bruchteil wieder aufgebaut wurde. Experten schätzen, dass pro Monat 250.000 bis 300.000 neue Stellen geschaffen werden müssten, um die Arbeitslosigkeit massiv zu verringern. "Es wird noch Jahre dauern, bis der Arbeitsmarkt zur Normalität zurückkehrt", prophezeit Unicredit-Ökonom Harm Bandholz.

Auch die Sockelarbeitslosigkeit bietet Grund zur Sorge. "Es gibt einen rasch wachsenden harten Kern an Arbeitslosen, für den es immer schwieriger wird, eine Beschäftigung zu finden", warnt Heinrich Bayer von der Postbank.

Hinzu kommt, dass allein die Privatwirtschaft den Aufschwung trägt: Dort wurden unter dem Strich 230.000 neue Stellen geschaffen, im Öffentlichen Dienst wurden jedoch 14.000 Arbeitsplätze abgebaut. Beim von Sparzwängen gedrückten Staat regiert der Rotstift, sodass seit Monaten Jobs in der Verwaltung verloren gehen.

Quelle: rts