Freitag, 23. Juli 2010
Fragwürdige Boni: US-Banken in der Kritik
Rund zwei Milliarden Dollar schütten angeschlagene US-Banken während der Finanzkrise an Boni aus. Der "Bonus-Beauftragte" von Präsident Obama kritisiert das, doch rückgängig machen kann er das nicht.Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise haben US-Banken ihren Spitzenmanagern einem Regierungsbericht zufolge 1,6 Mrd Dollar an fragwürdigen Boni gezahlt. 17 der Geldhäuser hätten die üppigen Sonderzahlungen Ende 2008 und Anfang 2009 fließen lassen, nachdem sie milliardenschwere Hilfen aus Steuermitteln bekommen hätten, meldete die "New York Times" und beruft sich dabei auf Regierungsbeamte. Die erstaunlichen Prämien seien nach willkürlichen Kriterien gezahlt worden, hieß es.
Insgesamt schütteten die Banken zu der Zeit rund 2 Mrd. Dollar an Boni aus – die kritisierte Summe entspricht damit 80 Prozent der Bonuszahlungen der angeschlagenen Institute.
Der "Bonus-Beauftragte" von Präsident Barack Obama, Kenneth Feinberg, will am Freitag einen entsprechend Bericht vorlegen. Darin bezeichne er die Boni zwar als "unklug", aber sie seien seiner Auffassung weder ungesetzlich noch stünden sie im Widerspruch zum öffentlichen Interesse. Auch habe Feinberg praktisch keine Möglichkeiten, eine Rückzahlung des Geldes einzufordern, hieß es weiter. 11 der 17 Banken, die in dem Bericht erwähnt werden, hätten zudem die Hilfen bereits mit Zinsen zurückgezahlt und deshalb darüber hinaus keinerlei Verpflichtungen dem Staat gegenüber.
Unter den aufgeführten Geldhäusern seien Wall-Street-Giganten wie Citigroup, Goldman Sachs und der Versicherer AIG. Es zählten aber auch kleinere Institute dazu.
dpa
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