Freitag, 14. Mai 2010
Analysten eines Besseren belehrt: US-Industrie kommt in Schwung
Die amerikanische Industrie hat ihre Produktion im April überraschend kräftig gesteigert. Im gesamten Verarbeitenden Gewerbe legte der Ausstoß um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu, wie die US-Notenbank mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Plus von 0,6 Prozent gerechnet.
"Der Zuwachs bei der Produktion erstreckt sich breit über die Branchen", teilte die Fed weiter mit. "Die Zahlen sind robust und zeigen, dass die Erholung der Industrie intakt ist", sagte Helaba-Experte Ralf Umlauf.
Die Kapazitätsauslastung lag im April bei 73,7 Prozent und damit höher als von Experten erwartet. Zuletzt lag die Auslastung im November 2008 höher. Allerdings liegt das Barometer immer noch um 6,9 Prozentpunkte niedriger als im langjährigen Durchschnitt. Die US-Notenbank orientiert sich bei ihren Zinsentscheidungen unter anderem an der Kapazitätsauslastung.
Licht im Einzelhandel
Weiter aufwärts ging es auch mit den US-Einzelhändlern. Sie erwirtschafteten im April den siebten Monat in Folge mehr Umsätze. Die Erlöse stiegen um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Handelsministerium in Washington mitteilte. Analysten hatten einen Anstieg um lediglich 0,2 Prozent erwartet.
Überraschend stiegen die Autoverkäufe an, nachdem sie bereits im März in die Höhe geschnellt waren. Doch auch die übrigen Einzelhändler lagen im Plus: Ohne Autos hatten die Händler 0,4 Prozent mehr in den Kassen. Das stützt Hoffnungen, dass die US-Verbraucher wieder in Kauflaune sind.
Der Einzelhandelsumsatz gilt als wichtiger Indikator für die Konjunkturentwicklung in den USA, da deren Wirtschaftsleistung zu mehr als zwei Dritteln vom privaten Konsum abhängt. Zunehmend weitet sich die Erholung auf den privaten Verbrauch aus: Die Einzelhandelserlöse lagen um 8,8 Prozent höher als vor einem Jahr. Die US-Wirtschaft wächst seit der zweiten Jahreshälfte 2009 wieder.
wne/rts
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