Mittwoch, 01. September 2010
Arbeitsmarkt bleibt Sorgenkind: US-Industrie kommt in Fahrt
In den Vereinigten Staaten ebben die Rezessionssorgen etwas ab: Grund sind ermutigende Daten zur Industrie. So steigt der Einkaufsmanagerindex stärker als erwartet. Allerdings gibt es enttäuschende Daten vom Arbeits- und Häusermarkt.Die Geschäfte in der US-Industrie liefen im August deutlich besser als erwartet. Dies schürt Hoffnungen, dass sich die weltgrößte Volkswirtschaft weiter erholt und nicht wieder in die Rezession rutscht.
Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager stieg auf 56,3 von 55,5 Punkten im Vormonat, wie das Institute for Supply Management (ISM) mitteilte. Experten hatten mit einem Rückgang auf 53,0 Punkte gerechnet. Ab Werten von 50 Zählern signalisiert das Barometer Wachstum. Die Firmen erhielten abermals mehr Aufträge als im Vormonat, das Wachstum fiel jedoch so gering aus wie zuletzt im Juni 2009. Dafür stellten die Unternehmen mehr ein.
Zuletzt hatten eher enttäuschende Konjunkturdaten an den Finanzmärkten Sorgen geschürt, dass die Erholung der US-Wirtschaft deutlich an Fahrt verliert. Experten reagierten überrascht auf die positiven Zahlen aus der Industrie, zumal regionale Daten einen Rückschlag nahegelegt hatten.
Arbeits- und Häusermarktdaten mau
Eher durchwachsende Konjunktursignale kamen vom Arbeitsmarkt und von der Immobilienbranche. Denn die US-Privatwirtschaft baute im August überraschend wieder Stellen ab. Nach einer Erhebung der privaten Arbeitsagentur ADP verringerte sich die Zahl der Jobs in der Privatwirtschaft um 10.000. Analysten hatten mit einem Plus von 19.000 gerechnet. Das ist der erste Rückgang seit Januar.
Zugleich revidierten die Experten die Zahl für Juli kräftig nach unten: Im vergangenen Monat wurden 37.000 neue Arbeitsplätze eingerichtet, nachdem zunächst von einem Plus von 42.000 die Rede war. Fachleute blicken nun mit Spannung auf den offiziellen Arbeitsmarktbericht für August, der Freitag ansteht.
Am Häusermarkt zeigte sich die Zurückhaltung der Amerikaner: Die Bauausgaben sanken im Juli um ein Prozent und somit doppelt so stark wie erwartet. Damit erreichten die Ausgaben nach Angaben des US-Handelsministeriums aufs Jahr hochgerechnet eine Summe von 805,2 Milliarden Euro. Dies sei das niedrigste Niveau seit Juli 2000, hieß es.
wne/rts
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