Dienstag, 01. September 2009
Neuer Hoffnungsschimmer: US-Industrie springt an
Die US-Industrie ist im August erstmals seit Januar 2008 wieder gewachsen. Zumindest signalisiert das der an den Finanzmärkten viel beachtete ISM-Index. Bei den Bauausgaben zeichnet das US-Handelsministerium dagegen ein durchmischtes Bild.
Tief im amerikanischen Hinterland: Die Stadt Peoria im US-Bundesstaat Illinois - auch bekannt als Hauptsitz des Baumaschinenriesen Caterpillar.
(Foto: REUTERS)
Der Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager stieg auf 52,9 von 48,9 Punkten im Vormonat, wie das Institute for Supply Management (ISM) mitteilte. Experten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf lediglich 50,5 Punkte gerechnet. Ab Werten von 50 Punkten wird Wachstum signalisiert.
Das Barometer für die Neuaufträge sprang auf 64,9 von 55,3 Punkten. Der Beschäftigungsindex kletterte auf 46,4 von 45,6 Zählern im Juli. Der Teilindex für die Kosten legte auf 65,0 von 55,0 Zählern zu.
Während sich die Lage in den Industrie deutlich aufzuhellen scheint, bleiben die Perspektiven am US-Immobilienmarkt weiterhin verhangen. Die Bauausgaben in den USA sind im Juli auf den tiefsten Stand seit mehr als fünf Jahren gesunken. Das US-Handelsministerium in Washington wies ein Minus zum Vormonat von 0,2 Prozent aus nach einem Anstieg von 0,1 Prozent im Juni.
Das gesamte Volumen war mit 958 Mrd. Dollar so niedrig wie seit Februar 2004 nicht mehr. Im Vorfeld befragte Analysten hatten für Juli im Schnitt mit unveränderten Bauausgaben gerechnet.
Wachstum bei Wohnimmobilien
Allerdings ist das Minus vor allem auf den Einbruch im Gewerbebau zurückzuführen. Die privaten Häuslebauer steigerten ihre Ausgaben um 2,3 Prozent - das ist der stärkste Anstieg seit vergangenem September.
Anzeichen für eine Belebung des US-Immobilienmarktes liefern auch die anstehenden Häuserverkäufe: Ein entsprechender Index stieg um 3,2 Prozent und erreichte das höchste Niveau seit Juni 2007, wie eine Maklervereinigung mitteilte. Analysten hatten hier nicht mit einem derart starken Anstieg gerechnet. Verglichen mit dem Vorjahr legten die anstehenden Häuserverkäufe sogar um zwölf Prozent zu.
Der Einbruch am US-Immobilienmarkt gilt als Auslöser der weltweiten Finanzkrise, die seit 2007 die Märkte in Atem hält und die schwerste Rezession seit den 1930er Jahren ausgelöst hat. Inzwischen mehren sich aber - vor allem mit dem Einkaufsmanagerindex für die Industrie - die Anzeichen für eine Belebung der Konjunktur.
mmo/rts
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