Montag, 03. August 2009
Bau-Sektor legt zu: US-Industrie stabilisiert sich
In der US-Wirtschaft keimt die Hoffnung auf eine nachhaltige Erholung. Anlass sind gute Konjunkturdaten, die auf ein verringertes Schrumpfen der Wirtschaft hindeuten. Überraschend positive Zeichen gab es auch aus dem Bausektor.Überraschend gute Konjunkturdaten aus den USA haben Hoffnungen auf ein Auslaufen der schwersten Rezession seit etwa 80 Jahren genährt. So schrumpften die Geschäfte in der Industrie zwar im Juli erneut, der Rückgang war aber deutlich geringer als in den Vormonaten, wie aus dem Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager hervorgeht, den das Institute for Supply Management (ISM) heute vorlegte. Zugleich profitierten die Bauausgaben vom milliardenschweren Konjunkturprogramm der US-Regierung. Manche Analysten sehen das Ende der Rezession nun erreicht.
Zeichen für ein Ende der Rezession
Das ISM-Barometer stieg auf 48,9 Zähler von 44,8 Punkten im Juni und erreichte damit den höchsten Stand seit August 2008. ISM-Umfrageexperte Norbert Ore hält für August sogar einen Indexwert von mehr als 50 für möglich - damit könnte das Barometer sogar wieder über die Wachstumsmarke steigen. "Das ist der zweite Monat in Folge mit Zuwächsen in der Produktion", sagte er. "Der Wirtschaftszyklus arbeitet so, wie er soll." Zugleich warnte er aber vor allzu großem Optimismus. Aus den Unternehmen seien nach wie vor zurückhaltende Stimmen zu hören. "Ich denke nicht, dass die Barometer für Neuaufträge und Produktion weit über den gegenwärtigen Stand steigen", sagte er.
Analysten zeigten sich zuversichtlicher. Das verarbeitende Gewerbe dürfte im weiteren Jahresverlauf zu Wachstum zurückfinden, sagte Commerzbank-Experte Bernd Weidensteiner. "Die Anzeichen mehren sich, dass die Rezession vorbei ist."
Rezession verliert an Schärfe
Darauf deuteten auch die anziehenden Bauausgaben hin, die nach Angaben des Handelsministeriums im Juni um 0,3 Prozent zulegten. Besonders der öffentliche Bau legte zu und erreichte mit 321,75 Milliarden Dollar ein Rekordvolumen. Es war bereits der fünfte Monat in Folge mit Zuwächsen in dem Bausektor, der ein Drittel der gesamten US-Bauausgaben ausmacht. Doch auch der private Wohnbau stieg um 0,5 Prozent auf 246,07 Milliarden Dollar. Das Platzen einer Blase am Wohnimmobilienmarkt hatte die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise ausgelöst - eine Erholung hier wäre ein ermutigendes Signal. "Alles deutet darauf hin, dass wir am Rand des Wachstums stehen", sagte Jim Awad von Zephyr Management.
Die Rezession in den USA hat im Frühjahr spürbar an Schärfe verloren. Die Wirtschaftsleistung schrumpfte aufs Jahr hochgerechnet um ein Prozent, nach einem Minus von 6,4 Prozent zu Jahresbeginn. Gebremst wurde die Talfahrt vom deutlich gestiegenen Staatskonsum. Die USA hatten ein 787 Milliarden Dollar schweres Konjunkturprogramm aufgelegt, um die Krise zu bekämpfen.
mme/rts
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