Montag, 30. August 2010
Überraschend starke Ausgaben: US-Konsum weckt Hoffnung
Die US-Bürger haben ihre Konsumausgaben im Juli so stark gesteigert wie seit vier Monaten nicht. Da auch die persönlichen Einkommen zulegten, schürte dies Hoffnungen, dass die Verbraucher weiter zum Wachstum der größten Volkswirtschaft der Welt beitragen. Die Konsumausgaben kletterten um 0,4 Prozent und damit etwas stärker als von Finanzexperten erwartet.
Helaba-Analyst Ralf Umlauf bezeichnete die Daten als erfreulich. Insgesamt rechnet er aber damit, dass die Ausgaben nur moderat steigen werden. Auch die Postbank-Experten gehen davon aus, dass die Amerikaner ihre Ausgaben in den nächsten Quartalen nur leicht hochschrauben.
Die Einkommen stiegen um 0,2 Prozent, die Sparquote sackte auf 5,9 von 6,2 Prozent im Juni. Der private Konsum leidet derzeit unter der skeptischen Stimmung der Verbraucher und der weiter angespannten Lage am Arbeitsmarkt.
Konsumenten dominieren
Die Finanzmärkte verfolgen die Entwicklung des Konsums in den USA genau, um die Stärke der wirtschaftlichen Erholung abschätzen zu können. Der private Verbrauch macht in den USA rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung aus. Diese stieg von April bis Juni aufs Jahr hochgerechnet um 1,6 Prozent. Zum Vergleich: Die deutsche Wirtschaft hatte nach dieser Berechnung im Frühjahr um rund neun Prozent zugelegt. US-Notenbankchef Ben Bernanke hatte jüngst angekündigt, der lahmenden US-Wirtschaft bei Bedarf mit weiteren Geldspritzen unter die Arme zu greifen. Auch ein Ankauf weiterer Staatsanleihen und anderer Wertpapiere sei denkbar, hatte Bernanke gesagt.
US-Präsident Barack Obama stimmte sein Land auf eine anhaltend zähe Wirtschaftserholung ein. "Die Wirtschaft wächst noch immer, aber sie wächst nicht so schnell wie es nötig wäre", sagte Obama am Sonntag dem TV-Sender NBC. Es gebe keine Wunderpille, um daran etwas zu ändern.
rts
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