Wirtschaft

Zeichen der KonjunkturerholungUS-Leitzins bleibt unten

16.03.2010, 20:11 Uhr

Die US-Notenbank will das zarte Konjunkturpflänzchen nicht beschädigen. Die Fed behält deshalb ihre Nullzinspolitik bei. Der Offmarktausschuss deutet an, dass der US-Leitzins "für einen längeren Zeitraum" auf niedrigem Niveau belassen. Die Fed registriert eine weitere Erholung der Wirtschaft in den Vereinigten Staaten.

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Die Fed bleibt bei der Politik des billigen Geldes. (Foto: REUTERS)

Die US-Notenbank sieht die amerikanische Wirtschaft weiter auf Erholungskurs, gibt aber weiter keine Hinweise auf eine nahende Zinserhöhung. Die Federal Reserve bestätigte das historische Zinstief in der Spanne zwischen 0,0 und 0,25 Prozent. Zugleich machte der Offenmarktausschuss deutlich, dass die Konjunkturlage voraussichtlich "für einen längeren Zeitraum" Anlass biete, den Zins auf "außergewöhnlich niedrigem Niveau" zu belassen.

Ökonomen deuten diese seit einiger Zeit verwendete Wortwahl so, dass der Leitzins mindestens die nächsten sechs Monate beibehalten wird. Experten rechnen damit, dass die Federal Reserve von Ben Bernanke erst gegen Ende des Jahres an der Zinsschraube dreht.

Die Verbraucherausgaben - traditionell das Rückgrat der US-Wirtschaft - expandierten "in gemäßigtem Tempo", erklärte der Fed-Ausschuss. Ihr Zuwachs werde freilich eingeschränkt durch die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit, das Stagnieren der Löhne und die strikte Kreditvergabe durch die Banken.

Arbeitsmarkt stabilisiert sich

Die Einschätzung der Konjunkturlage fiel in der Mitteilung der Fed positiver aus als bei der vorangegangen Sitzung des Offenmarktausschusses im Januar. Demnach sieht die Notenbank eine Stabilisierung auf dem Arbeitsmarkt. Zuvor war lediglich von einer langsameren Verschlechterung die Rede.

Es war die erste, nur noch eintägige Sitzung des Offenmarktausschusses, nachdem die Konferenzen wegen der Krise im September 2008 auf zwei Tage ausgeweitet worden waren. Die Fed beendete unterdessen angesichts der Besserung der Wirtschaftslage die meisten ihrer Notprogramme, mit denen das Finanzsystem mit Liquidität versorgt werden sollte. Das letzte dieser Programme, das den ins Stocken geratenen Kreditfluss wieder in Gang bringen sollte, werde endgültig Ende Juni geschlossen, hieß es.

Quelle: wne/dpa/AFP