Sturm im Golf von MexikoUS-Ölproduktion bricht ein

Ein heraufziehender Tropensturm legt im Golf von Mexico Teile der Rohöl- und Erdgas-Förderung lahm. Auf hoher See scheint das Schlimmste bereits überstanden. Das Sturmtief "Lee" tobt über dem Festland. Doch über dem Atlantik braut sich bereits neues Unheil zusammen.
Die US-Öl- und Erdgasproduktion im Golf von Mexiko ist durch
den Tropensturm "Lee" stark eingeschränkt worden. Wie die US-Regierungsbehörde
Bureau of Ocean Energy Management (BOEMRE) mitteilte, sank die Erdöl-Förderung
in der Region nach der Evakuierung der Plattformen um 60 Prozent.
Der Sturmtief zog unterdessen weiter in Richtung Festland. Das Unwetter erreichte den südlichen US-Bundesstaat Louisiana
am frühen Sonntagmorgen
(Ortszeit) etwa 80 Kilometer südwestlich von Lafayette. Meterologen hätten dort Windgeschwindigkeiten
von rund 75 Kilometern pro Stunde verzeichnet, teilte das nationale US-Hurrikanzentrum (NHC) in Miami mit.
"Lee" brachte heftige Regenfälle mit sich. Experten riefen daher Bewohner von Küstenstaaten
sowie von Kentucky und Tennessee auf, sich auf schwere Überschwemmungen vorzubereiten.
Louisianas Gouverneur Bobby Jindal hatte in Erwartung des Sturms den Notstand ausgerufen. Die Evakuierung der Bohrplattformen vor der Küste war bereits am Freitag angeordnet worden.
Bei Erdgas betrug
der Rückgang nach BOEMRE-Daten etwa 55 Prozent. Am Samstag seien die Arbeiter zwar teilweise bereits wieder zurückgekehrt,
die Produktion wurde jedoch zunächst nicht wieder hochgefahren.
Von den schweren Regenfällen des Tropensturms, der sich wie erwartet nicht bis zum Hurrikan entwickelt hatte, dürfte dem Nationalen Hurrikan-Zentrum zufolge
auch die Stadt New Orleans betroffen sein.
Dort kamen 2005 durch den Hurrikan
"Katrina" mehr als 1500 Menschen ums Leben. Etwa 80 Prozent der Stadt wurden überflutet,
der Schaden wird auf mehr als 80 Mrd. Dollar geschätzt. "Katrina" zählt seitdem zu deen.