Wirtschaft
(Foto: Reuters)

Moderates Wachstum: US-Wirtschaftserholung bleibt mäßig

In ihrem Konjunkturbericht zeichnet die US-Notenbank verhaltenes Bild der heimischen Wirtschaft. Immerhin: Es geht langsam weiter aufwärts. Doch der Preisanstieg bleiben weiter vom Zielwert entfernt. Und nach dem Ende der Befragung stiegen weltweit die Sorgen.

Das Wirtschaftswachstum in weiten Teilen der USA ist stabil und die Preisentwicklung bleibt nach Erkenntnissen der Federal Reserve gedämpft. In elf von zwölf Fed-Distrikten sei das Wirtschaftswachstum mäßig bis moderat, hieß es in dem aktuellen Konjunkturbericht "Beige Book" der US-Notenbank. Das Lohnwachstum sei gering, abgesehen von wenigen Bereichen.

Bei der Preisentwicklung habe es keine bis geringe Veränderungen gegeben, hieß es in dem Bericht. Die Teuerungsrate wird von der US-Notenbank genau verfolgt. Seit mehr als zwei Jahren liegt die Inflationsrate unter dem Fed-Zielwert von zwei Prozent. Bei den Konsumausgaben gab es im Vergleich dem letzten Bericht keine Änderungen. Die Ausgaben würden weiter leicht bis moderat in den meisten Gebieten zulegen.

Der Bericht basiert auf Umfragen in allen zwölf Fed-Distrikten. Die Ergebnisse des Beige-Book dienen der Vorbereitung auf die nächste Zinsentscheidung am 29. Oktober. Vor geldpolitischen Entscheidungen führen die regionalen Dependancen breit angelegte Umfragen unter den Wirtschaftsakteuren des Landes durch, um ein Bild von der Konjunkturentwicklung zu erhalten.

Die Umfragen wurden dieses Mal bis zum 6. Oktober abgegeben - eine Woche danach stiegen rund um den Globus die Sorgen um die Verfassung der Weltwirtschaft, was mittlerweile auch die Börsen weltweit erfasst und zu deutlichen Kursverlusten geführt hat.

Wann kommt die Zinswende

Bei den US-Notenbankern war zuletzt die Sorge um die heimische Wirtschaft gestiegen, vor allem wegen des schwachen Wachstums in Übersee und des festeren Dollar. Das enttäuschende Wachstum in Europa, Japan und China könnte die US-Exporte belasten. Gleichzeitig könnte die erstarkende Währung, die für eine Verbilligung importierter Güter und Dienstleistungen sorgt, die Inflation unterhalb des Fed-Zielwerts von zwei Prozent halten, wie aus dem Protokoll der Ratssitzung vom 16. und 17. September vergangene Woche hervorging.

Viele Beobachter erwarten, dass die US-Notenbank ihre Zinsen eher früher als später anheben wird, was den Dollar in den vergangenen Wochen gestützt hat. Unerwartet schwache Konjunkturdaten aus den USA haben am Mittwoch allerdings wieder das Risiko erhöht, dass der geldpolitische Exit doch etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen wird.

Geringstes Haushaltsdefizit seit Jahren

Unterdessen teilte das Finanzministerium mit, dass das Haushaltsdefizit der USA im Fiskaljahr 2014 so niedrig gewesen sei wie seit sechs Jahren nicht mehr. Dank der wieder auflebenden Konjunktur und entsprechend höherer Steuereinnahmen verringerte sich das Haushaltsdefizit im Fiskaljahr per Ende September um 29 Prozent auf 483,35 Milliarden US-Dollar.

Das ist das niedrigste Niveau seit 2008, und zudem weniger, als zuletzt mit 506 Milliarden Dollar prognostiziert worden war. Damit entsprach das Haushaltsdefizit 2,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts - der niedrigste Wert seit dem Ende des Fiskaljahres 2007.

Insgesamt stiegen die Bundeseinnahmen im Fiskaljahr 2014 um neun Prozent auf 3,021 Billionen Dollar, während die Ausgaben lediglich um ein Prozent auf 3,504 Billionen Dollar zulegten. "Das ist nicht nur eine Verringerung des Defizits, es ist zudem eine Rückkehr zur fiskalischen Normalität", hieß es dazu aus dem Weißen Haus.

Quelle: n-tv.de

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