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Chef beschränkt sich: Unternehmer zahlt 70.000 Dollar Mindestlohn

Völlig unerwartet stellt sich der Chef einer US-Firma vor seine Belegschaft und verkündet, dass er von nun an ein Mindestlohn zahlen wird. Sein eigenes Gehalt reduziert er dafür von einer Million - auf eben diesen Betrag.

Ein Internetvideo eines jungen Unternehmers sorgt derzeit in den USA für Wirbel: Dan Price, 30-jähriger Chef des Bezahldienstes Gravity Payments, kündigt darin seinen 120 Angestellten unter donnerndem Applaus an, einen jährlichen Mindestlohn von 70.000 Dollar (66.200 Euro) einzuführen. Sein eigenes Gehalt werde er reduzieren. Das Video taucht zu einem Zeitpunkt auf, zu dem in den USA verstärkt über Lohnungleichheiten debattiert wird. 

Der langhaarige Jungunternehmer erklärt in dem Video mit hochgekrempelten Ärmeln, dass die Löhne bei Gravity Payments in den kommenden drei Jahren schrittweise angehoben werden. Sie liegen derzeit bei im Schnitt 48.000 Dollar jährlich. Um die bessere Bezahlung zu finanzieren, wolle er selbst sein Gehalt drastisch reduzieren - von einer Million auf 70.000 Dollar, sagte Price. Sein Gehalt sei "wirklich sehr hoch gewesen", gab er zu. Dem US-Fernsehsender CBS sagte er, sein eigenes Gehalt werde ebenfalls in Zukunft 70.000 Dollar betragen.

Politische Debatte über Mindestlohn

Der offizielle Mindestlohn im US-Bundesstaat Washington an der Westküste beträgt derzeit 9,47 Dollar pro Stunde (hochgerechnet knapp 20 000 Dollar bei einer 40-Stunden-Woche), auf nationaler Ebene sind mindestens 7,25 Dollar vorgeschrieben.

Price stammt aus einer ländlichen Gegend im Bundesstaat Idaho und hat vier Geschwister. Er ist für seinen einfachen Lebensstil bekannt, fährt einen zwölf Jahre alten Audi und lebt in einer Drei-Zimmer-Wohnung in Seattle.

In den Vereinigten Staaten wird derzeit verstärkt über die Ungleichheit der Gehälter diskutiert. Auch Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hatte die Thematik an der New Yorker Wall Street aufgegriffen und die schwache Steuermoral von Fonds-Verwaltern bemängelt. Letztere hatten im vergangenen Jahr so viel verdient wie nie zuvor. Allein der Chef der US-Investmentgesellschaft Blackstone, Stephen Schwarzman, strich 690 Millionen Dollar (rund 645 Millionen Euro) ein - was knapp zwei Millionen Dollar pro Tag entspricht.

Quelle: n-tv.de

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