Wirtschaft
Bugatti Veyron L'Or Blanc: Auch dieser Sipersportler kommt aus dem Volkswagen-Konzern.
Bugatti Veyron L'Or Blanc: Auch dieser Sipersportler kommt aus dem Volkswagen-Konzern.(Foto: REUTERS)

GM und Toyota patzen: VW schießt nach vorn

von Thomas Badtke

2018 will der Volkswagen-Konzern weltgrößter Autohersteller sein. Gemessen am Umsatz könnten die Wolfsburger dieses Ziel bereits im laufenden Jahr erreichen. Denn während VW mit seinen diversen Marken einen Absatz- und Umsatzrekord nach dem anderen aufstellt, werden bei der Konkurrenz um GM und Toyota die Sorgenfalten immer tiefer.

Im Rennen um die Pole Position auf dem weltweiten Automarkt zwischen Volkswagen, Toyota und General Motors schaltet VW einen Gang höher. Dagegen knarzt es im Getriebe von Toyota und GM. Die Opel-Mutter verdiente im dritten Quartal angesichts des schwächelnden Europa-Geschäfts weniger. Netto wies der US-Autobauer einen Gewinn von 1,7 Mrd. Dollar aus. Im vergangenen Jahr war noch ein Gewinn von 2 Mrd. Dollar angefallen. Der Umsatz kletterte binnen Jahresfrist auf 36,7 Mrd. von 34,1 Mrd. Dollar.

Schwachstelle ist das Europageschäft. Hier nahm der Konzern sein Ziel zurück, auf bereinigter Ebit-Basis im Gesamtjahr die Verlustzone hinter sich zu lassen. Das sei wegen der wirtschaftlichen Lage dort nicht zu schaffen.

Opel wieder in roten Zahlen

Im dritten Quartal gab es wieder rote Zahlen bei der Tochter Opel, obwohl mehr Fahrzeuge verkauft wurden als ein Jahr zuvor. 292 Mio. Dollar (213,8 Mio. Euro) operativen Verlust (Ebit) verbuchte GM nach Angaben für sein Europageschäft mit den Hauptmarken Opel und Vauxhall.

Opel RAK e: voll-elektrisch, aber noch eine Studie.
Opel RAK e: voll-elektrisch, aber noch eine Studie.(Foto: REUTERS)

Das war zwar deutlich weniger als ein Jahr zuvor mit 559 Mio. Dollar operativem Verlust. Doch das zweite Quartal dieses Jahres hatte Hoffnung auf mehr gemacht: Damals hatte Opel zum ersten Mal seit Jahren wieder einen Gewinn eingefahren. Allerdings hatte das Management bereits darauf hingewiesen, dass es zum Jahresende mit schwächeren Geschäften rechne. Im dritten Quartal wurden 279.000 Fahrzeuge der Marken Opel/Vauxhall verkauft, etwas mehr als im Vorjahreszeitraum (273.000).

Toyota verliert an Fahrt

Bei Toyota belasteten vor allem die Hochwasserkatastrophe in Thailand und der starke Yen. Im vergangenen Vierteljahr erzielte der noch immer unter den Folgen des Erdbebens vom März leidenden Konzern ein unerwartet schwaches Ergebnis. Das Unternehmen gab für das zweite Geschäftsquartal einen Rückgang des Betriebsgewinns um 32 Prozent auf 75,4 Mrd. Yen (rund 701 Mio. Euro) bekannt. Der Umsatz sank um 4,8 Prozent auf 4,57 Billionen Yen (rund 42 Mrd. Euro).

Toyota will künftig noch stärker auf Hybrid-Antriebe setzen.
Toyota will künftig noch stärker auf Hybrid-Antriebe setzen.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Überschwemmungen in Thailand sorgen für einen weiteren Rückgang der Produktion, die seit dem Erdbeben und den nachfolgenden Tsunami in Japan ohnehin schon gedrosselt ist. Die drei Toyota-Werke in Thailand stehen seit dem 10. Oktober still und werden frühestens am Samstag wieder anlaufen. Fehlende Zulieferungen haben außerdem in neun Ländern, darunter Japan, zu Engpässen in der Herstellung geführt.

Die heimischen Werke in Japan sind zu 70 bis 80 Prozent ausgelastet, die in anderen asiatischen Ländern nur zu 40 Prozent.

VW gibt Gas

Nutznießer der Probleme bei GM und vor allem bei Toyota ist Europas Branchenprimus Volkswagen: Allein im abgelaufenen Quartal kletterte das operative Ergebnis um 46 Prozent auf knapp 2,9 Mrd. Euro. Der Umsatz kletterte von Juli bis September um ein Viertel auf 38,5 Mrd. Euro.

VW Up: 2012 rollt er auf die Straßen.
VW Up: 2012 rollt er auf die Straßen.(Foto: REUTERS)

Seit Jahresbeginn lieferte der Wolfsburger Konzern weltweit knapp 6,2 Mio. Fahrzeuge aus, 14 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Insgesamt sollen es in diesem Jahr erstmals mehr als 8 Millionen Einheiten werden. Weiteres Wachstum dürfte 2012 aus dem Kleinwagensegment kommen, in dem VW seine neue Kleinstwagenfamilie Up positioniert.

Bis zum Jahr 2018 will VW nach Absatzzahlen der größte Autobauer der Welt werden. Auf den Umsatz bezogen könnte es schon dieses Jahr klappen - wenn der Negativtrend bei Toyota anhält. Gemessen am Börsenwert von 113 Mrd. Dollar bleiben die Japaner aber der Primus auf dem Weltmarkt.

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Quelle: n-tv.de

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