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Wirtschaft

Freitag, 03. September 2010

Headhunter schlagen in Turin zu: VW wirbt Fiat-Mann ab

Mit einer Art einladender Personalpolitik wildert Europas größter Autobauer in den Führungsetagen der Konkurrenz. Vor allem italienische Talente weiß man in Wolfsburg offenbar zu schätzen: VW macht Fiat den nächsten Spitzenmanager abspenstig.
Kleinwagen in Übergröße: Das viel beachtete Retro-Design des Fiat500, hier im Rahmen der 2007er IAA in Frankfurt.

Kleinwagen in Übergröße: Das viel beachtete Retro-Design des Fiat500, hier im Rahmen der 2007er IAA in Frankfurt.
(Foto: REUTERS)

Der Autobauer Volkswagen hat erneut einen Manager von Fiat abgeworben. Für den bisherigen Leiter der weltweiten Marketingkommunikation des Fiat-Konzerns Giovanni Perosino werde ein eigener Zuständigkeitsbereich bei Europas größtem Autobauer eingerichtet ein, teilte VW mit. Perosino soll seine Fertigkeiten auf dem Gebiet der Markenkommunikation künftig für die Wolfsburger entfalten. Die entsprechende Position bei VW wurde extra für ihn neu geschaffen.

Bei Fiat hatte der 46-jährige Italiener die Markteinführung mehrerer Modelle gesteuert. "Das erfolgreiche Wachstum von Volkswagen treiben wir mit einer konsequenten Steuerung der Marketingkommunikation für den Konzern weiter voran", sagte VW-Vertriebsvorstand Christian Klingler mit Blick auf den Aufsehen erregenden Wechsel. Welche Argumente Perosino zur Aufgabe seiner Stellung in Italien bewegen konnten, erwähnte Klingler erwartungsgemäß nicht.

Fiat-Chef Sergio Marchionne (Archivbild).

Fiat-Chef Sergio Marchionne (Archivbild).
(Foto: REUTERS)

Im VW-Management gibt es seit Wochen Um- und Neubesetzungen, um den Konzern auf die ambitionierten Konzernstrategie auszurichten. Der deutsche Autobauer will früheren Angaben zufolge bis 2018 bis zur Weltspitze aufsteigen. Vom Fiat-Konzern in Turin war bereits vor mehreren Jahren der heutige VW-Chefdesigner Walter de Silva gekommen. Und auch Marketingchef Luca de Meo, den VW im vorigen Jahr einkaufte, kommt aus dem italienischen Konzern.

De Meo war unter anderem an der Einführung des beliebten Retro-Modells Fiat 500 maßgeblich beteiligt. Die Personalie gilt unter Beobachter damit auch als Hinweis auf Aussehen, Image und Gestaltung von Fahrzeugen in der künftigen Produktstrategie.

Ende August hatte VW den Wechsel des langjährigen Opel-Chef Hans Demant zum Wolfsburger Autobauer bekanntgegeben. Der 59-Jährige übernimmt den Angaben zufolge mit Wirkung zum 1. Oktober 2010 die Koordination internationaler Projekte im VW-Konzern.

In den nächsten Jahren will VW mehr als zwei Dutzend Neuheiten auf den Markt bringen, darunter eine Reihe von Neuauflagen, aber auch die "New small Family" - eine neue Kleinstwagenfamilie mit verschiedenen Versionen für Industrie- und Schwellenländer.

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mmo/dpa

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