KarstadtQuelle Bank nennt sich umValovis soll Kunden anlocken
Die KarstadtQuelle Bank geht nach der Pleite des Handelskonzerns Arcandor mit einem neuen Namen auf Kundenjagd. Als Valovis Commercial Bank will das Institut neu durchstarten.
Der Kreditkarten- und Absatzfinanzierer aus Neu-Isenburg bei Frankfurt erwirtschaftete zuletzt 80 Prozent seines Geschäfts mit Kunden von Karstadt. "Wir wissen nicht, was mit Karstadt passiert. Wir gehen aber davon aus, dass in den Häusern auch künftig Umsatz stattfindet", sagte Vorstandschef Theodor Knepper in Frankfurt. Die insolvente Kaufhauskette steht vor dem Verkauf, sechs Bieter prüfen nach Angaben des Verwalters derzeit die Bücher.
Mit dem Namen Valovis Commercial Bank passt sich das Institut vom kommenden Montag an den Namen seiner Mutter Valovis Bank an, zu der es seit April 2009 gehört. Anfang 2009 hatte der Pensionsfonds von Karstadt die KarstadtQuelle Bank übernommen und in die damalige Karstadt-Hypothekenbank integriert, die heutige Valovis Bank.
Stammkunden sollen es richten
Nun sucht Knepper nach neuen Partnern, die eine Bank für die Ratenkäufe ihrer Kunden brauchen oder ihnen Kreditkarten mit eigenem Logo bieten wollen. Außerdem bietet sie - wie die Mutter Valovis Bank - Händlern die Vorfinanzierung von Ratenkäufen (Factoring). Sie baut vor allem auf ihren Stamm von rund 900.000 Kreditkartenkunden und auf den wachsenden Einkauf im Internet.
Die neun Filialen der Bank in Karstadt-Häusern wurden 2009 geschlossen, von 240 Mitarbeitern mussten 80 gehen. Im vergangenen Jahr musste die KarstadtQuelle Bank einen Verlust von elf Mio. Euro hinnehmen, 2010 soll nur noch ein kleines Minus zu Buche stehen, für 2011 plant der seit Juli 2009 amtierende Knepper wieder mit schwarzen Zahlen. Er muss die Bank zugleich fit für einen Verkauf machen. Der Mitarbeitertrust, dem auch die Spezialversender von Quelle gehören, werde sich "irgendwann von seinen Beteiligungen trennen müssen", räumte der Valovis-Vorstand ein.