Donnerstag, 18. März 2010
Opfer, nicht Täter der Finanzkrise: Versicherer wollen nicht zahlen
Die deutschen Versicherer wollen sich nicht an der Bewältigung von Bankenkrisen beteiligen. Dies sei ausschließlich Aufgabe der Banken selbst als Verursacher der Krise, bekräftigte der Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, Rolf-Peter Hoenen. "Wir wehren uns dagegen, dass aus Opfern Täter gemacht werde."Zwischen den Versicherern gebe es keine Verflechtungen, die mit denen der Banken vergleichbar seien, erklärte Hoenen weiter. Zudem gehe vom Kerngeschäft der Assekuranz kein systemisches Risiko aus.
Die Bundesregierung plant, die Finanzbranche an den Kosten der bisherigen und auch künftiger Krisen zu beteiligen. Die Union und der Verband der Privatbanken plädieren dafür, den Bankenrettungsfonds SoFFin zu einer Art Stabilisierungs- und Abwicklungsfonds für die Branche auszubauen und die Versicherer an der Finanzierung dieses Instruments beteiligen.
Autonome Aufsicht
In der Debatte um die neu zu strukturierende Finanzaufsicht erhoffen sich die Versicherer möglichst viel Autonomie. Die Versicherungsaufsicht müsse das Geschäftsmodell der Branche berücksichtigen und dürfe nicht zum Anhängsel der Bankenaufsicht gemacht werden, sagte Hoenen. "Chef der Versicherungsaufsicht kann kein Banker sein." Zudem müsse die nationale Aufsicht kompatibel sein mit dem neuen dreigliedrigen System in Europa. Zentraler Ansprechpartner für die Unternehmen sollte nach GDV-Einschätzung die deutsche Aufsicht sein.
Die Bundesregierung will im Sommer ihre Pläne konkretisieren, wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, BaFin, als Konsequenz der Finanzkrise an die Bundesbank angedockt werden soll. Bisher ist die BaFin auch für die Versicherer zuständig.
rts
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