Freitag, 22. Januar 2010
Kampf um Allianz Dresdner Bauspar: W&W auf Expansionskurs
Die Bausparkasse Wüstenrot hat sich auf Rang zwei in der Branche vorgearbeitet und bleibt auf Expansionskurs. Wüstenrot-Eigentümer Wüstenrot & Württembergische (W&W) hat nach Informationen aus Finanzkreisen gute Chancen auf die Übernahme der Commerzbank-Tochter Allianz Dresdner Bauspar.
W&W sei nach dem Ausstieg der Badenia Bausparkasse der einzige Bieter im Rennen, verlautete aus Verhandlungskreisen. Ein Abschluss der Verhandlungen sei im ersten Quartal möglich, sie könnten aber noch scheitern. Commerzbank und W&W wollten sich dazu nicht äußern.
Bereits im vergangenen Jahr hatte Wüstenrot zugekauft und dank der Übernahme der Vereinsbank Victoria Bauspar (VVB) den langjährigen Branchenzweiten BHW im Neugeschäft abgehängt. Die Brutto-Bausparsumme habe 2009 um knapp zehn Prozent auf elf Milliarden Euro zugelegt, teilte W&W mit. Eine Milliarde Euro trug die VVB dazu bei, Wüstenrot selbst legte um 0,3 Prozent zu. Der Marktanteil sei damit auf 11,5 von neun Prozent gestiegen, weil das Neugeschäft in der Branche nach Branchenschätzungen um mindestens zehn Prozent zurückgegangen sei.
Verkauf auf Druck der EU
Damit liegt Wüstenrot nur noch hinter dem unangefochtenen Marktführer Schwäbisch Hall, der 2008 gut drei Mal so groß war wie die Nummer zwei. Die zur Deutschen Postbank gehörenden BHW verwies jedoch darauf, dass sie nach der Zahl der Kunden und dem Vertragsbestand deutlich vor Wüstenrot liege. "Wir wollen uns langfristig auf den Spitzenplätzen festsetzen", sagte Wüstenrot-Vertriebschef Bernd Hertweck. Mit der Allianz Dresdner Bauspar könnte W&W-Vorstandschef Alexander Erdland die Position untermauern. Diese kam 2008 auf ein Bruttoneugeschäft von 2,7 Milliarden Euro.
Wichtig ist Erdland bei seinen Zukäufen der Zugang zu neuen Vertriebswegen. Seit dem VVB-Kauf vertreiben die HypoVereinsbank (Unicredit) und die Versicherer von Ergo Bausparverträge von Wüstenrot. Die Commerzbank arbeitet noch bis Herbst 2010 mit der Karlsruher Badenia zusammen, die ihrem auslaufenden Versicherungspartner Generali Deutschland gehört. Sie muss die Allianz Dresdner Bauspar auf Druck der EU verkaufen. Neben dem Immobilienfinanzierer Eurohypo ist sie der letzte Eintrag aus der Verkaufsliste, der noch nicht abgearbeitet ist.
wne/rts
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