Wirtschaft
Die Angst geht um an der Wall Street. Die US-Konjunktur kommt nicht wirklich auf die Beine.
Die Angst geht um an der Wall Street. Die US-Konjunktur kommt nicht wirklich auf die Beine.(Foto: REUTERS)

US-Konjunkturdaten verbreiten Angst: Wachstumseinbruch der Industrie

Schuldenstreit oder nicht - die US-Wirtschaft hat ein Problem: Das Wachstum bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück. Neue Konjunkturzahlen belegen diesen erschreckenden Trend, denn die US-Industrieunternehmen erleiden einen überraschenden Wachstumseinbruch. Die Anleger sind alarmiert.

Die US-Industrie ist mit einem Wachstumseinbruch ins zweite Halbjahr gestartet. Im Juli legte der Sektor so wenig zu wie seit Mitte 2009 nicht mehr. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager fiel überraschend kräftig auf 50,9 von 55,3 Punkten im Vormonat, wie das Institute for Supply Management (ISM) mitteilte. Experten hatten im Schnitt lediglich mit einem Rückgang auf 54,9 Punkte gerechnet.

Das Barometer liegt damit nur noch knapp über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die Firmen erlitten ihr erstes Auftragsminus seit langem und stockten ihr Personal weniger stark auf als zuvor. Die Daten sorgten für deutliche Abschläge an den internationalen Börsen.

Enttäuschende Zahlen

Die gesamte US-Wirtschaft hat im zweiten Quartal nur überraschend schwach zugelegt - aufs Jahr hochgerechnet um 1,3 Prozent. Vor allem die Konsumenten steigerten ihre Ausgaben kaum noch. Ein stärkeres Wachstum der weltgrößten Volkswirtschaft verhindert derzeit der maue Arbeitsmarkt.

Einige Ökonomen hatten darauf gesetzt, dass es bis Jahresende wieder steiler bergauf geht. Deshalb sprachen viele Experten nun von "sehr enttäuschenden" Zahlen. "Die ISM-Daten belegen nicht gerade die Vorstellung, dass das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte 2011 wieder anzieht", sagte James Knightley von Global Economics ING. "Eine Zinserhöhung der Fed dürfte wahrscheinlich nicht vor der Präsidentenwahl Ende nächsten Jahres kommen."

Auch in Deutschland, der gesamten Euro-Zone und China hatte sich das Wachstum in der Industrie im Juli verlangsamt.

Immobilienmarkt trotzig

Für einen kleinen Lichtblick sorgte der US-Immobilienmarkt. Die Bauausgaben stiegen im Juni überraschend auf ein Sechs-Monats-Hoch. Das US-Handelsministerium meldete ein Plus zum Vormonat von 0,2 Prozent, nach revidiert plus 0,3 Prozent im Mai. Bisher war von einem Rückgang in Höhe von 0,6 Prozent ausgegangen worden.

Analysten hatten für Juni mit einem unveränderten Wert gerechnet. Für das Plus waren vor allem die privaten Haushalte verantwortlich. Die Ausgaben der privaten Häuslebauer wuchsen um 0,8 Prozent auf ein Sieben-Monats-Hoch.

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Quelle: n-tv.de

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