Wirtschaft

Konjunktureller AufschwungWarum sich die Stimmung aufhellt

24.07.2009, 12:22 Uhr

Die Stimmung unter den deutschen Firmenchefs hat sich im Juli bereits zum vierten Mal in Folge aufgehellt. In den vergangenen Monaten verdichteten sich in vielen Branchen die Hinweise auf eine Ende der rasanten Talfahrt. Ein Überblick über die aktuellen konjunkturellen Rahmendaten.

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Die rasante Talfahrt in der Bauwirtschaft scheint gestoppt. (Foto: AP)

Die Stimmung unter den deutschen Firmenchefs hat sich im Juli bereits zum vierten Mal in Folge aufgehellt. Der vorsichtige Optimismus, den der Ifo-Index signalisiert, kommt nicht von ungefähr: In den vergangenen Monaten verdichteten sich in vielen Branchen die Hinweise auf eine Ende der rasanten Talfahrt. Ein Überblick über die aktuellen Konjunkturdaten:

Industrieaufträge:

Die Industrie sammelte im März, April und Mai mehr Aufträge ein als im jeweiligen Vormonat. Zuletzt fiel das Plus mit 4,4 Prozent sogar so kräftig aus wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Ein Grund dafür ist die staatliche Abwrackprämie: Sie kurbelte das Geschäft der Autoindustrie kräftig an. Noch stärker stiegen die Auslandsaufträge - besonders aus den Ländern außerhalb des Euroraums kamen mehr Bestellungen.

Produktion:

Die Unternehmen fuhren ihre Produktion im Mai so stark nach oben wie seit rund 16 Jahren nicht mehr. Industrie, Bau- und Energiewirtschaft stellten 3,7 Prozent mehr her als im April. Der starke Zuwachs ist der Industrie zu verdanken, die 5,1 Prozent mehr herstellte. Ein Grund dafür sind die leeren Lager: Wegen der ungewissen Aussichten hatten die Firmen ihre Produktion zuvor stark gedrosselt und die Nachfrage vom Lager bedient. Die müssen nun wieder gefüllt werden, weil die Bestellungen anziehen.

Exporte:

Die Exporteure erholen sich langsam von den schwersten Einbrüchen der Nachkriegszeit. Im Mai verkauften sie 0,3 Prozent mehr ins Ausland als im Vormonat. Das war das zweite Umsatzplus in den vergangenen drei Monaten. Der Exportweltmeister profitiert von den weltweit aufgelegten Konjunkturprogrammen in Billionenhöhe.

Einzelhandel:

In Kaufhäusern, Supermärkten und Fachgeschäften klingeln die Kassen wieder etwas häufiger. Der Umsatz stieg im März, April und Mai jeweils leicht. Ein Grund dafür sind stabile Preise, die die Kaufkraft der Verbraucher stärken. Im Mai war die Teuerungsrate auf null Prozent gefallen, für den Sommer sagen Experten sogar fallende Preise voraus. Die seit Jahresmitte geltenden Rentenerhöhungen und Steuererleichterungen sowie sinkende Krankenkassenbeiträge dürften die Kauflaune weiter heben.

Bau:

Auch im Baugewerbe zeichnet sich allmählich ein Ende der rasanten Talfahrt ab. Die Aufträge schrumpften im Mai nur noch um 4,6 Prozent - das war das kleinste Minus seit Oktober 2008. Die Branche hofft nun auf das Konjunkturprogramm der Bundesregierung, das milliardenschwere Ausgaben etwa für den Straßenbau und die Sanierung von Schulen vorsieht.

Quelle: rts