Dienstag, 06. Oktober 2009
Wer hat Angst vorm US-Fiskus?: Weiterer UBS-Kunde gesteht
In den USA hat ein weiterer Kunde der Schweizer Großbank Steuerhinterziehung in größerem Umfang zugegeben. Nach Angaben des US-Justizministeriums gestand ein pensionierter Boeing-Manager ein, über eine Firma in Hongkong fast zwei Mio. Dollar auf UBS-Konten vor den Steuerbehörden versteckt zu haben.Der Name des Mannes stammt von einer Liste mit rund 250 amerikanischen Kunden, die UBS im Februar an die US-Behörden übergeben musste, um einem Strafverfahren zu entgehen.
Es ist das siebte Mal, dass eine auf dieser Liste stehende Person Steuerhinterziehung zugibt. Von den 250 Namen wurden in der Zwischenzeit rund 150 an die zuständigen Ermittlungsbehörden weitergeleitet. Der frühere Boeing-Manager Roberto Cattandini muss mit einer Gefängnisstrafe und dem Verlust der Hälfte des versteckten Vermögens rechnen. Die Hongkonger Firma habe er im Jahr 2000 auf Vorschlag seines damaligen Schweizer Beraters gegründet, erklärte Cattandini laut den Gerichtsakten. Daneben sei er auch von einem Schweizer Anwalt beraten worden.
In den Fall involviert sind den Akten zufolge auch ein weiterer Anwalt, der mit "A.M.R." bezeichnet wurde, und ein UBS-Banker, der mit "P.B." angegeben wurde. Was sich hinter den Initialen verbirgt, wollte ein Sprecher des Justizministeriums nicht weiter ausführen. Steuersünder mit Konten im Ausland seien gut beraten, von der noch bis zum 15. Oktober laufenden Steueramnestie Gebrauch zu machen, bevor ihnen die Behörden auf anderen Wegen auf die Schliche kämen, sagte er Sprecher weiter. Im Rahmen des sogenannten UBS-Steuervergleiches hat die Schweiz im August zugesagt, im Laufe eines Jahres die Namen von weiteren rund 4500 mutmaßlichen Steuerhinterziehern auszuliefern, die bei UBS ein Konto hatten.
rts
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