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Klarheit nach vier Monaten: Weltbild bekommt eine Zukunft

Der Münchener Finanzinvestor Paragon steigt bei der insolventen Weltbild-Gruppe ein. Eine Minderheit behält der Insolvenzverwalter. Allerdings sind die Verhandlungen offenbar noch nicht abgeschlossen.

Die insolvente Verlagsgruppe Weltbild geht an den Münchner Finanzinvestor Paragon. Der Investor bestätigte, eine Mehrheit an dem Augsburger Buchhandelskonzern zu übernehmen. Als Minderheitsgesellschafter bleibe Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz beteiligt, der stellvertretend für die Gläubiger 49 Prozent der Anteile halten solle, hieß es weiter

Gemeinsam mit Geiwitz wolle man die Sanierung des Konzerns als Ganzes voranbringen und Weltbild auf einen stabilen Kurs zurückführen, erklärte Paragon. Die katholische Kirche hatte ihrem Medienkonzern Weltbild angesichts hoher Verluste den Geldhahn zugedreht.

Bislang nur Vorvertrag unterzeichnet

Allerdings würden sich die Vertragsverhandlungen für die Übernahme durch Paragon noch mehrere Wochen in die Länge ziehen, hieß es aus dem Umfeld der Unternehmen. Bislang sei ein Vorvertrag zwischen Geiwitz und Paragon geschlossen.

Geiwitz hatte stets betont, dass er die Verlagsgruppe mit dem Online-Handel und dem flächendeckenden Netz von Buchhandlungen insgesamt erhalten will. Im Tagesverlauf will der Insolvenzverwalter die Mitarbeiter bei einer Betriebsversammlung über die Verkaufspläne informieren.

Paragon gehört den drei Geschäftsführern und ist seit einem Jahrzehnt auf die Übernahme von mittelständischen Unternehmen im deutschsprachigen Raum spezialisiert. Die beiden derzeit größten Beteiligungen sind die der Nutzfahrzeug-Ersatzteilhändler Europart mit rund 1500 Mitarbeitern und 450 Millionen Euro Jahresumsatz sowie die Motorradzubehör-Kette Polo mit 800 Mitarbeitern in 100 Filialen und 105 Millionen Euro Umsatz.

In den vergangenen Wochen hatte Insolvenzverwalter Geiwitz die Mitarbeiterzahl bei Weltbild bereits für einen Verkauf massiv reduziert. Bei der Konzernmutter und der Filialtochter waren 875 Beschäftigte in Auffanggesellschaften gewechselt. Etwas mehr als 2000 Mitarbeiter verbleiben bei den zwei Unternehmen, etwa jedes vierte der 220 Weltbild-Geschäfte soll in den nächsten Monaten geschlossen werden. Zudem gehören weitere Töchter in Österreich und der Schweiz sowie der Internet-Händler buecher.de zu Weltbild, die bislang nicht direkt von der Insolvenz betroffen waren.

Quelle: n-tv.de

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