Wirtschaft

Deutlich mehr BaubeginneWende am US-Immobilienmarkt

17.07.2009, 16:41 Uhr

Wie das Handelsministerium in Washington mitteilte, stieg die Zahl der Baubeginne im Juni gegenüber dem Vormonat um 3,6 Prozent auf annualisiert 582.000. Analysten hatten lediglich eine Stagnation der Baubeginne erwartet.

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Auf dem US-Immobilienmarkt zeichnet sich womöglich eine Wende ab. Wie das Handelsministerium in Washington mitteilte, stieg die Zahl der Baubeginne im Juni gegenüber dem Vormonat um 3,6 Prozent auf annualisiert 582.000. Analysten hatten lediglich eine Stagnation der Baubeginne erwartet. Bereits im Mai waren diese nach revidierten Angaben um 17,3 Prozent (vorläufig: plus 17,2) in die Höhe geschossen.

Die Zahl der erteilten Baugenehmigungen hat im Juni zudem auf Monatssicht um 8,7 Prozent auf 563.000 zugelegt. Hier hatte die Prognose nur auf plus 1,9 Prozent gelautet. Im Mai war bereits ein Anstieg um 4,0 Prozent verzeichnet worden. Die Baugenehmigungen gelten als Vorlaufindikator für die künftige Bauaktivität.

Wohnimmobiliensektor schwächelt

Besonders deutlich fiel im Juni der Anstieg bei den stark beachteten Baubeginnen für Einfamilienhäuser aus. Sie erhöhten sich um 14,4 Prozent, nachdem sie im Mai um 5,8 Prozent angezogen hatten. Es handelte sich dabei um den stärksten Anstieg innerhalb eines Monats seit Dezember 2004. Dagegen ging die Zahl der Baubeginne für Mehrfamilienhäuser um 25,8 Prozent zurück. Ein großer Wermutstropfen ist dies allerdings nicht, da die Mehrfamilienhäuser im US-Immobiliensektor eine untergeordnete Rolle spielen.

Alles in allem ist die Lage des Wohnimmobiliensektors aber nach wie vor recht schwach, wie der Vorjahresvergleich zeigt. Die Zahl der Baubeginne insgesamt lag dem Handelsministerium zufolge um 52,0 Prozent unter dem Niveau von Juni 2008.

"Talsohle durchschritten"

"Auf dem US-Immobilienmarkt zeichnet sich dennoch immer mehr ab, dass die Talsohle durchschritten wurde", sagte Postbank-Ökonom Thilo Heidrich. Er verwies dabei auch auf den NAHB-Wohnungsmarktindex, der im Juli auf ein 10-Monatshoch gestiegen sei. "Bis man von Normalität sprechen kann, wird es zwar immer noch einige Zeit dauern, aber der Lehman-Schock ist auf dem Immobilienmarkt überwunden", meinte er.

Lori Helwing von Bank of America/Merril Lynch sagte, zwar dürften die gesamten US-Wohnbauinvestitionen im zweiten Quartal nochmals gefallen sein, für das dritte Quartal erwarte sie aber mit annualisiert 2,5 Prozent den ersten Anstieg seit 2006.

Quelle: wne/DJ