Wirtschaft

EZB kann ruhig bleibenWenig Preisauftrieb

31.08.2010, 13:57 Uhr

Die Inflation in der Eurozone geht im August auf 1,6 Prozent zurück. Einen Monat zuvor betrug der Preisauftrieb noch 1,7 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Die Zentralbank hat damit genügend Spielraum, den Leitzins konstant zu halten. Für die EZB ist die Preisstabilität bis zu einer Rate von 2,0 Prozent gewährleistet.

Eurozone-Inflation
Die Teuerung bremst im August ab. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Preise in der

Eurozone sind im August langsamer gestiegen als im Vormonat. Fachleute gehen

deshalb weiter davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im Kampf gegen

die Inflation vorerst nicht an der Zinsschraube drehen muss. Die

Verbraucherpreise zogen wie von Experten erwartet durchschnittlich um 1,6

Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an, wie das Statistikamt Eurostat nach

vorläufigen Berechnungen mitteilte. Im Juli betrug die Inflationsrate 1,7

Prozent. Damit herrscht nach Definition der Europäischen Zentralbank (EZB)

weiter Preisstabilität.

"Der schwache

Preisauftrieb gibt der EZB Spielraum, die Zinsen bis auf weiteres unverändert

zu lassen", sagte Christoph Weil von der Commerzbank. Der Schlüsselzins

liegt auf dem Rekordtief von einem Prozent. Preisstabilität sieht die EZB

mittelfristig bei Teuerungsraten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet. In

Deutschland liegt die Inflationsrate für den europäischen Vergleich mit 0,9

Prozent noch deutlicher unter dieser Schwelle.

Inflation vorerst kein Thema

"Auf Sicht der

kommenden ein bis zwei Jahre wird Inflation kein Thema sein",

prognostiziert Commerzbanker Weil. Die Löhne würden 2010 und wohl auch noch

2011 europaweit nur moderat steigen. "Die hohe Arbeitslosigkeit und die

damit verbundenen Sorgen um die Arbeitsplätze werden die Arbeitnehmer dazu

bewegen, weiterhin Lohnzurückhaltung zu üben." Auch Martin van Vliet von

Global Economics geht davon aus, dass der Preisdruck für die 16 Euroländer

mittelfristig gedämpft bleibt. Deshalb gebe es wenig Anlass für die EZB, ihre

geldpolitischen Zügel anzuziehen. "Wir erwarten, dass EZB-Präsident

Jean-Claude Trichet bei seiner Pressekonferenz am Donnerstag leise Töne

anschlägt."

Die Frankfurter

Währungshüter entscheiden dann erneut über ihre Geldpolitik. Zinserhöhungen

stehen nach Einschätzung der Finanzmärkte aber noch lange nicht auf der Agenda.

Experten gehen vielmehr davon aus, dass die Notenbanker ihre umfassende

Liquiditätsversorgung für das Finanzsystem verlängern.