Montag, 28. Dezember 2009
Krisenbetroffenheitsindex: Wer leidet am stärksten?
Die Wirtschaftskrise hat vor allem den Westen Deutschlands fest im Griff. Nord- und Ostdeutschland kommen dagegen vergleichsweise mit einem blauen Auge davon. Hier hat sich die Krise kaum ausgewirkt. Das geht aus einer Untersuchung der Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor.
In der Region Spree-Neiße kann man noch dicke Fische fangen. Hier die Karpfenernte in Peitz im Oktober.
(Foto: picture-alliance/ ZB)
Am stärksten bekommt die Krise der Landkreis Tuttlingen zu spüren. Zu den zehn am meisten betroffenen Regionen gehören zudem drei weitere Kreise in Baden-Württemberg, drei in Bayern, zwei in Nordrhein-Westfalen sowie mit dem Erzgebirgskreis einer in Sachsen. Das berichtet die Tageszeitung "Die Welt" unter Berufung auf den Krisenbetroffenheitsindex des IW.
Am wenigsten zu spüren sind die Folgen der Rezession der Untersuchung zufolge in Nord- und Ostdeutschland. Den letzten Platz nimmt der Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg ein, wo sich die Krise laut IW kaum ausgewirkt hat.
In die Berechnung des Index' fließt unter anderem die Entwicklung am Arbeitsmarkt sowie die Umsatz- und Exportentwicklung ein.
Große Unternehmen trifft es härter
Laut IW weisen die am stärksten betroffenen Regionen eindeutige Strukturmerkmale auf: 21,5 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten hier in Betrieben mit mehr als 500 Mitarbeitern. Bei den am geringsten Betroffenen sind es dagegen nur 14 Prozent. Regionen mit mehr Großunternehmen leiden also stärker unter der Krise als die übrigen.
Auch die Exportquote spielt eine Rolle: Sie liegt in den am stärksten betroffenen Regionen mit 42,3 Prozent wesentlich höher als bei den zehn am unteren Ende mit einer Quote von 29,1 Prozent.
rts/dpa
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