Voigtländer nun "richtiger Chef"WestLB schafft Klarheit
Die angeschlagene WestLB will ihren Umbau mit Dietrich Voigtländer an der Spitze vorantreiben. Der Aufsichtsrat berief den 50-Jährigen, der das Geldhaus bislang nur kommissarisch geführt hatte, einstimmig und mit sofortiger Wirkung zum ordentlichen Vorstandsvorsitzenden.
Voigtländer genieße "großen Rückhalt bei den Eigentümern und in der Belegschaft", erklärte Aufsichtsratschef Michael Breuer. Voigtländer folgt auf Heinz Hilgert, der im Mai im Streit mit den Eignern überraschend das Handtuch geworfen hatte.
Voigtländer kann nun weiter die Auslagerung von Risiko-Papieren in Angriff nehmen, durch die die WestLB letztlich in eine Kernbank und eine Abwicklungsgesellschaft aufgespaltet werden soll. In einem ersten Schritt will er Finanzkreisen zufolge Papiere mit einem Volumen von 6,4 Mrd. Euro aus den Bilanzen nehmen.
In einem zweiten Schritt sollen weitere Assets wie Kredite oder Staatsanleihen mit einem Volumen von rund 80 Mrd. Euro in eine sogenannte "Anstalt in der Anstalt" zur Abwicklung überführt werden. Voigtländer will damit die Partnersuche der WestLB erleichtern, die nach einer Entscheidung der EU-Kommission bis 2011 einen Eignerwechsel braucht. Bevorzugter Partner für eine Fusion der Kernbank sind andere Landesbanken.