Wirtschaft

"Als Legende tauge ich nicht"Wiedeking zieht Bilanz

26.07.2009, 10:21 Uhr

Der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking zieht eine positive Bilanz seiner 17-jährigen Amtszeit. Über die Art seines Abgangs äußert er sich mit Bedauern.

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Wendelin Wiedeking: "Eine museale Figur bin ich noch lange nicht." (Foto: REUTERS)

"Ich habe 17 Jahre lang mit vollem Einsatz meine Arbeit gemacht", sagte Wiedeking der "Bild am Sonntag". Als er am 1. Oktober 1992 Vorstandschef von Porsche geworden sei, habe er viele Erwartungen gehabt. "Was ich letztlich erreicht habe, wäre mir damals nicht einmal im Traum eingefallen", sagte der scheidende Porsche-Chef.

"Natürlich hätte ich mir einen anderen Abgang gewünscht, da bin ich ganz offen. Als Buhmann galt ich vielleicht für Widersacher, nie für meine Mitarbeiter. Aber als Legende - bei aller mir eigenen Bescheidenheit - tauge ich wirklich nicht," ergänzte er.

Auf die Frage, ob er glaube, einen würdigen Platz im Porsche-Museum zu bekommen, sagte Wiedeking: "Ich war ein angestellter Manager und habe daher in einer Ahnengalerie nichts verloren. Außerdem: Eine museale Figur bin ich noch lange nicht."

Abschiedsessen im Museum

Er sei "unendlich stolz" auf die Porsche-Belegschaft, die "in guten wie in schlechten Zeiten hinter ihm gestanden" habe. Wiedeking hat noch einen Schreibtisch in der Porsche-Zentrale und soll nach Informationen der Zeitung seinen Nachfolger Michael Macht "bei Bedarf" beraten.

Für Montagabend habe Wiedeking seine engsten Mitarbeiter zu einem Abschiedsessen ins Restaurant des Porsche-Museums eingeladen.

An der Beute verschluckt

Porsche hatte in den vergangenen Jahren eine Mehrheit von 51 Prozent an Volkswagen zusammengekauft und sich zusätzliche Optionen gesichert. Mit diesem riskant finanzierten Übernahmeplan hatte sich der im Vergleich zu VW kleine Sportwagenbauer am Ende aber selbst in Not gebracht.

Nun kehren sich die Machtverhältnisse um: Porsche soll in den VW-Konzern eingegliedert werden. Die Aufsichtsräte von Porsche und VW hatten am Donnerstag den Weg für eine Verschmelzung freigemacht. Der Porsche-Aufsichtsrat beschloss zudem eine mindestens fünf Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung. Wiedeking wurde zusammen mit Finanzchef Holger Härter vor die Tür gesetzt.

Quelle: mmo/AFP/rts