Wirtschaft
In Martin Winterkorns Lohntüte befanden sich 2010 laut DSW mehr als 9 Millionen Euro.
In Martin Winterkorns Lohntüte befanden sich 2010 laut DSW mehr als 9 Millionen Euro.(Foto: REUTERS)
Donnerstag, 07. Juli 2011

Im VW-Chefsessel an die Gehaltsspitze: Winterkorn schlägt Ackermann

20 Prozent Lohnplus: Damit können Deutschlands Topmanager im vergangenen Jahr aufwarten. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass Otto-Normalverdiener auf eine Lohnsteigerung von 2,2 Prozent kommen. An der Spitze der Gehaltsrangliste, die die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz ermittelt hat, gibt es zudem einen neuen Namen.

Die Gehaltsschere zwischen "Normalverdienern" und deutschen Topmanagern hat sich im vergangenen Jahr weiter geöffnet. Durchschnittlich 4,5 Mio. Euro verdiente der Vorstandschef eines Dax-Konzerns, gut 20 Prozent mehr als im Krisenjahr 2009, wie aus einer Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hervorgeht. "Damit wurde erstmals wieder das Vorkrisenniveau von 2007 erreicht", erklärte DSW-Hauptgeschäftsführer Hocker.

Der durchschnittliche Arbeitnehmer kam laut Statistischem Bundesamt dagegen nur auf ein Plus von brutto 2,2 Prozent.

Noch weit hinter den USA zurück

Absoluter Topverdiener war mit rund 9,3 Mio. Euro VW-Chef Martin Winterkorn. Er überholte Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann, der 8,99 Mio. Euro kassierte. Siemens-Lenker Peter Löscher kam auf Rang drei mit 8,98 Mio. Euro. Am niedrigsten fiel den Zahlen zufolge das Einkommen des Vorstandschefs der Commerzbank, Martin Blessing, aus. Er erhielt laut DSW im vergangenen Jahr 617.000 Euro.

Im internationalen Vergleich liege die Vergütung in Deutschland inzwischen auf einem mittleren Niveau "zwischen Frankreich und der Schweiz", erklärte DSW-Geschäftsführer Hocker. "Nach wie vor werden die Vorstände in den USA am höchsten vergütet."

Dax-Gehälter deutlich über MDax-Niveau

Mit einem Anteil von rund 40 Prozent hätten kurzfristige Boni, Prämien und Tantieme den größten Teil der Vorstandsvergütung ausgemacht, erklärte Gunther Friedl von der TU München. 29 Prozent der Bezüge seien aufs Fixgehalt entfallen, knapp 21 Prozent seien langfristige variable Vergütung gewesen und zehn Prozent des Verdienstes seien auf aktienbasierte Bestandteile entfallen.

"Damit hat sich die Struktur im Vergleich zum Vorjahr weniger verändert als erwartet", erklärte Friedl. Mehrjährige variable und aktienbasierte Vergütungskomponenten hätten verhältnismäßig wenig an Bedeutung gewonnen, während die kurzfristigen Boni immer noch ein großes Gewicht haben.

Deutlich weniger als die Dax-Vorstände hätten die Führungsgremien der kleineren MDax-Unternehmen verdient. Dort habe die Vorstandsvergütung im Schnitt bei 1,55 Mio. Euro gelegen. Die Bandbreite reichte demnach von 4,48 Mio. Euro bei Axel Springer bis zu 511.000 Euro beim Hamburger Hafen.

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Quelle: n-tv.de

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