Wirtschaft

"Das ist sicher möglich"Wird die Fed noch "lockerer"?

06.12.2010, 07:31 Uhr

Trotz zum Teil heftiger Kritik hält Ben Bernanke an der Politik des billigen Geldes fest. In einem TV-Interview zieht der Fed-Chef sogar die Erweiterung des Kaufs von Staatsanleihen in Betracht. Bernanke will so die ins Stocken geratene Erholung der US-Wirtschaft voranbringen. Große Sorge bereitet ihm die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt.

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Ben Bernanke befürchtet keine übermäßige Inflation. (Foto: REUTERS)

Fed-Chairman Ben Bernanke hält eine Aufstockung des Anleihenkaufprogramms für möglich, falls die US-Wirtschaft zu schwach oder die Arbeitslosigkeit zu hoch bleiben sollte.

In einem Interview des US-Senders CBS sagte Bernanke auf die Frage, ob die Federal Reserve mehr als die bislang geplanten 600 Mrd US-Dollar an Staatsanleihen kaufen könnte: "Das ist sicher möglich." Dies hänge von der Effizenz des bereits beschlossenen Programms ab, der Inflation sowie der Wirtschaftslage. Sorge bereite insbesondere die Lage am Arbeitsmarkt, sagte Bernanke.

Die US-Währungshüter hatten Anfang November beschlossen, eine zweite Runde der quantitativen Lockerung einzuläuten. Bis zum Ende des zweiten Quartals 2011 sollen US-Staatsanleihen für 600 Mrd. US-Dollar gekauft werden. In der seit nunmehr drei Jahre währenden Finanzkrise hat die US-Zentralbank ihren Leitzins auf das Rekordtief von 0,0 Prozent bis 0,25 Prozent gesenkt und mit gewaltigen Geldspritzen versucht, das Wirtschafts- und Finanzsystem vor einem Kollaps zu bewahren.

In einer ersten Runde der quantitativen Lockerung kaufte die Notenbank für 300 Mrd. US-Dollar US-Staatsanleihen und für rund 1,2 Bill. US-Dollar andere Wertpapiere, etwa mit Immobilien besicherte Anleihen und Papiere der staatlichen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac.

Quelle: DJ