Wirtschaft

Krise nimmt Wind aus den SegelnWirtschaftsweise senken Prognose

15.03.2012, 21:43 Uhr
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Dicke Pluszeichen beim Export sind nach Einschätzung der Wirtschaftsweisen nicht zu erwarten. (Foto: dpa)

Die Wirtschaftsweisen schrauben ihre Wachstumserwartungen der deutschen Wirtschaft für das laufende Jahr herunter. Schuld ist die schwache Nachfrage aus den übrigen Euro-Staaten, die den Außenhandel ausbremst. Verglichen mit anderen Prognosen bleiben die Ökonomen jedoch noch relativ optimistisch.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr leicht gesenkt. Das Gremium rechnet für die deutsche Wirtschaft lediglich noch mit einem Wachstum von 0,8 Prozent. Im Herbst hatten die fünf Ökonomen noch einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts um 0,9 Prozent in diesem Jahr für möglich gehalten, damals aber schon auf Unsicherheiten in der Prognose hingewiesen.

Nun teilte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung mit: Deutschland könne sich nicht von den Auswirkungen der andauernden Schuldenkrise im Euroraum abkoppeln.

"Nach wie vor dürften positive Wachstumsbeiträge im Jahr 2012 ausschließlich aus dem Inland kommen - vor allem von der guten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt bei insgesamt verhaltener Investitionstätigkeit. Vom Außenhandel sind dagegen aufgrund der Situation im Euro-Raum und der sich eintrübenden Weltwirtschaft in diesem Jahr keine positiven Impulse zu erwarten."

"Gewisse Beruhigung" dank EZB

Insgesamt seien "die Risiken für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland weiterhin groß", obwohl durch die jüngste Geldflut der Europäischen Zentralbank zumindest "eine gewisse Beruhigung der Situation eingetreten" sei.

Mit der Absenkung der Prognose handeln die Wirtschaftsweisen auf den ersten Blick gegen den Trend: Etliche Wirtschaftsforscher äußerten sich zuletzt optimistischer über die Konjunkturaussichten für 2012. Allerdings waren ihre ursprünglichen Prognosen zum Teil auch deutlich düsterer als die der Wirtschaftsweisen.

Mit seiner angepassten Prognose ist der Sachverständigenrat immer noch deutlich optimistischer als beispielsweise die Bundesbank, die für 2012 ein Wachstum von 0,6 Prozent erwartet. Die Bundesregierung rechnet mit 0,7 Prozent.

Quelle: ntv.de, nne/dpa