Wirtschaft

Optimismus, aber keine Euphorie: ZEW-Index steigt kräftig

Börsenexperten bewerten die Aussichten für die deutsche Wirtschaft so optimistisch wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr. Das Konjunkturbarometer des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) verbesserte sich im August auf 56,1 von 39,5 Punkten im Vormonat.

Allmähliche Erholung der deutschen Wirtschaft.
Allmähliche Erholung der deutschen Wirtschaft.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Experten hatten im Schnitt lediglich mit einem Plus auf 45,0 Punkte gerechnet. Das ist der höchste Wert seit April 2006. Damit liegt das Barometer weiter klar über seinem historischen Mittelwert von 26,5 Punkten.

"Zur Euphorie besteht allerdings kein Anlass", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. "Die deutsche Konjunktur entwickelt sich synchron zur weltweiten Konjunktur und dürfte sich daher nur allmählich erholen."

Auftrieb erhielten die Einschätzungen der befragten Finanzmarktexperten laut ZEW durch den Anstieg des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal um 0,3 Prozent. Auch ein wiederholter, deutlicher Anstieg der Auftragseingänge und wieder anziehende Exporte sorgen demnach dafür, dass sich die Konjunkturaussichten für Deutschland weiter aufhellen.

Spürbar verbessert hätten sich daher vor allem die Geschäftserwartungen für die exportorientierten Branchen. Auch die aktuelle Lage bewerten die Experten deutlich positiver. Der entsprechende Indikator stieg um 12,1 Punkte auf minus 77,2 Punkte.

Mehr Auslandsbestellungen

Das Bundeswirtschaftsministerium sieht in den weltweiten Konjunkturprogrammen und den geldpolitischen Impulsen den wichtigsten Grund für die Stabilisierung der globalen Konjunktur. "Die zuletzt kräftige Belebung der Auslandsbestellungen in der Industrie dürfte auch in den kommenden Monaten eine Stütze für Produktion und Exporte bilden", hieß es.

Für dieses Jahr sei zwar mit einem herben Einbruch der Ausfuhren zu rechnen, erklärte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zu seiner Umfrage unter 80 Außenhandelskammern. Die Aussichten seien aber besser: "Der Außenhandel wird im Jahr 2010 wieder die Lokomotivfunktion für die deutsche Wirtschaft übernehmen", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Axel Nitschke.

Bis die Krise überstanden ist, dürfte es aber noch länger dauern. Denn trotz des jüngsten Wachstums lag das Bruttoinlandsprodukt im Frühjahr um 7,1 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Bundesregierung und führende Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen für 2009 mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um etwa sechs Prozent.

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Quelle: n-tv.de

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