Wirtschaft

EZB-Falke souffliert zum AbschiedZinssenkung war Starks Idee

04.11.2011, 13:10 Uhr

Bei Europas Währungshütern folgt eine Überraschung auf die nächste: Die unerwartete Zinssenkung der EZB geht auf einen Vorschlag des scheidenden Chefvolkswirts Stark zurück. Dabei steht Stark wie kaum ein zweiter in der EZB für eine harte Hand bei der Inflationsbekämpfung.

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die überraschende Zinssenkung

im Euroraum hat der scheidende EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark vorgeschlagen. Der Rat der Europäischen Zentralbank habe diesem Vorschlag einhellig zugestimmt, sagte Stark.

Die Zinssenkung reflektiere den schwachen wirtschaftlichen Ausblick. Der neue EZB-Chef

Mario Draghi hatte die Zinssenkung mit einer drohenden "moderaten Rezession"

begründet.

Stark erklärte auch, die

Wirtschaft der Eurozone werde im vierten Quartal voraussichtlich nicht wachsen.

Bis in das kommende Jahr hinein dürfte das Wachstum sehr schwach bleiben und das

schwächere Wachstum dürfte den Preis- und Lohndruck dämpfen. Die Zinssenkung reflektiere

den schwachen wirtschaftlichen Ausblick. Dies bedeute allerdings nicht, dass die

Notenbank eine neue Strategie verfolge.

Die Anleihenkäufe der EZB

würden so schnell wie möglich beendet, sagte Stark. Diese Käufe gäben den Staaten

einen falschen Anreiz. Er sei kein "Fan" dieser Anleihenkäufe. Stark hatte

bereits vor einigen Wochen seinen Rücktritt angekündigt. Beobachter vermuten, dass

er wegen den Anleihenkäufen zurücktreten wird.

Im Kampf gegen die Schuldenkrise

und eine drohende Rezession hatte die EZB den Leitzins überraschend gesenkt - zum

ersten Mal seit zweieinhalb Jahren. Auf der ersten Ratssitzung unter dem neuen Präsidenten

Mario Draghi kappte die Europäische Zentralbank das Zinsniveau auf 1,25 von 1,5 Prozent. Die meisten Experten wurden auf dem falschen Fuß erwischt,

da sie erst am Jahresende mit der Zinswende gerechnet hatten. Lob für die geldpolitische

Konjunkturstütze der EZB kam vom Internationalen Währungsfonds, der Deutsche Gewerkschaftsbund

forderte zugleich weitere Zinssenkungen.

Quelle: nne/dpa/rts