Wirtschaft

Weiblich und Führungskraft?: Frauen deutlich unterrepräsentiert

Ob in den Vorständen großer Unternehmen oder im öffentlichen Sektor: Frauen sind an verantwortlicher Stelle eher selten anzutreffen. Auch wenn sich die neue Regierung um eine Regulierung hin zu mehr Weiblichkeit bemüht, bleibt die Chefin eher unterrepräsentiert.

Nach dem Willen der großen Koalition soll in Aufsichtsräten großer börsennotierter Unternehmen ab 2016 mindestens 30 Prozent Frauen vertreten sein.
Nach dem Willen der großen Koalition soll in Aufsichtsräten großer börsennotierter Unternehmen ab 2016 mindestens 30 Prozent Frauen vertreten sein.(Foto: picture alliance / dpa)

Im Jahr 2012 lag der Anteil weiblicher Führungskräfte laut einer Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in der obersten Leitungsebene in der Privatwirtschaft bei 26 Prozent. Auf der zweiten Führungsebene war es immerhin 38 Prozent. In Großbetrieben hat sich der Anteil der Frauen an den Führungspositionen der obersten Leitungsebene demnach zwischen 2008 und 2012 mehr als verdoppelt. Befragt wurden rund 16.000 Betriebe in Deutschland.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Studie der Karriereplattform Experteer. Chefinnen sind auch hier besonders häufig in Dienstleistungsbereichen wie Gesundheitswesen, Erziehung, Tourismus und Unterricht zu finden. Doch mehr als 26 Prozent sind es in keinem der untersuchten Bereiche. Insgesamt kommt Deutschland bei der weiblichen Besetzung einer Führungsposition im internationalen Vergleich nur auf 28 Prozent. In Frankreich sind es dagegen 39 Prozent und in Italien 35. Der Durchschnitt in Europa liegt bei 31 Prozent.

Ungeachtet dessen unterscheiden sich die Anteile der Frauen an den Führungspositionen nach Betriebsgrößen, Branchen und Sektoren. So werden kleine Betriebe häufiger von Frauen geführt als große. In der ersten Führungsebene von Kleinstbetrieben mit weniger als zehn Beschäftigten sind 28 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt, in Kleinbetrieben mit zehn bis 49 Beschäftigten 25 Prozent. In Großbetrieben mit mindestens 500 Beschäftigten sind es 19 Prozent. 2008 waren es noch neun Prozent, das bedeutet einen Anstieg um zehn Prozentpunkte zwischen 2008 und 2012 in den Großbetrieben.

In Ostdeutschland ist dabei der Anteil von Frauen im Chefsessel höher als in Westdeutschland. Der Unterschied beträgt auf der ersten Führungsebene sechs Prozentpunkte und auf der zweiten zehn. Der Frauenanteil an den Führungspositionen der ersten und zweiten Ebene liegt im Osten damit bei gut 30 bzw. 46 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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