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Kommentare
Antonis Samaras.

Antonis Samaras.
(Foto: picture alliance / dpa)

Freitag, 24. Juni 2011

Brandbeschleuniger aus Athen: Samaras spielt mit dem Feuer

Ein Kommentar von Jan Gänger

Renitenz hat einen Namen: Antonis Samaras. Der griechische Oppositionsführer weigert sich, den Sparkurs der Regierung zu unterstützen. Im Gegenteil: Während der Staatsbankrott mit Milliardenhilfen verhindert wird, fordert Samaras Steuersenkungen - und gießt damit Öl ins Feuer.

Gutes Zureden und sanfter Druck scheinen bei Antonis Samaras verlorene Liebesmüh zu sein. Der konservative Oppositionsführer hintertreibt nach Kräften die Sparmaßnahmen, die Griechenlands Regierung aufgrund des Drucks von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds durchziehen will.  Vor dem Beginn des EU-Gipfels in Brüssel redeten ihm Bundeskanzlerin Angela Merkel, EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso oder EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy zu – vergeblich.

Die EU und vor allem der IWF fordern im Gegenzug zu ihren Milliardenkrediten einen parteiübergreifenden Konsens über das auf mehrere Jahre angelegte Anpassungsprogramm, damit dieses auch bei einem Regierungswechsel fortgesetzt wird. Doch davon will Samaras nichts wissen. "Die Sparmaßnahmen sind fatal", wird er nicht müde zu betonen. Sie würgten die Wirtschaft ab.

Dass Sparpakete und Steuererhöhungen die ohnehin schwache Konjunktur belasten, ist durchaus richtig. Doch eine realistische Alternative zum Kurs von Ministerpräsident Giorgos Papandreou bietet Samaras nicht an. Und sein Mantra "Die Medizin ist gefährlicher als die Krankheit" ist eine gewagte Interpretation der Gegenwart. Griechenland hängt am Tropf von EU und IWF. Ohne die Milliardenkredite wäre das Land bereits finanziell am Ende.

Steuersenkungen gegen die Krise

Doch Samaras heizt lieber die Proteste an, als Lösungen anzubieten. So machte er allen Ernstes Steuersenkungen zur Vorbedingung für die Zustimmung der Konservativen zu weiteren Sparmaßnahmen. "Niedrige Steuersätze sind der Schlüssel dazu, um die griechische Wirtschaft wieder in Gang zu bringen", behauptet der Ökonom, der in den USA studiert hat.

Andere Ökonomen mögen angesichts dieser Aussage verzweifeln, doch bei vielen Griechen kommt dieser Populismus gut an - und darum geht es dem Chef der Nea Dimokratia, der Neuen Demokratie (ND). Er macht die Sozialisten für die Misere verantwortlich und steigt damit in der Wählergunst.

Dabei war es diese 2009 von der Regierung abgelöste Partei, die an der Schuldenkrise einen gewaltigen Anteil hat - Aufblähung des Staatsapparats, Vetternwirtschaft und Klientelpolitik erlebten auch unter ihr eine Blüte. Tausende ND-Mitglieder wurden zwischen 2004 und 2007 beim Staat angestellt, als Ministerpräsident Kostas Karamanlis das Land regierte. Finanziert wurde das alles mit billigen Krediten.

Auf der Seite der Gewerkschaften

Diese Zeiten sind vorbei. Griechenland braucht dringend Strukturreformen. Um den langjährigen, schmerzhaften Anpassungsprozess durchzusetzen, ist eine breiter Konsens unabdingbar. Doch statt den Schulterschluss mit den Sozialisten zu suchen, verbünden sich die Konservativen lieber mit den Gewerkschaften. Diese – allen voran die Gewerkschaften der privilegierten Unternehmen des öffentlichen Sektors – bekämpfen die Reformen mit aller Kraft, um ihre Privilegien und die ihrer Klientel zu erhalten. Konsequenterweise wollen sie das Land abermals mit einem zweitägigen Streik lahmlegen - am Dienstag und Mittwoch, wenn Ministerpräsident Giorgos Papandreou sein 78-Milliarden-Sparpaket vom Parlament absegnen lassen will.

Griechenland droht die Pleite. Die Währungsunion ist in Gefahr. Mit den Milliardenkrediten soll Zeit erkauft werden, in der sich Griechenland sanieren muss. Athen fordert zurecht die Solidarität der Eurozone ein. Doch die ist dort vielen Menschen nur noch schwer vermittelbar. Antonis Samaras macht es Merkel und Co nicht leichter. Die Konsequenzen könnten verheerend sein.

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Kommentare
Fricklerzzz schreibt:
24.06.2011 08:46

Das ist das gleiche Rezept, das die FDP für uns vertritt. Wieso ist das nur für uns eine Option, bei Herrn Samara aber renitent. Nicht das ich für den Vorschlag der FDP wäre, ich finde das nur seltsam.... Fricklerzzz


Mirko Hass schreibt:
24.06.2011 09:30

Sclimm ist, dass die Europäer für dumm gehalten werden. Das wir die Wahrheit erfahren, ist doch fast ausgeschlossen. Und das die Politik nach wievor Getriebene der Finanzmärkte ist, ist auch klar. Hätten wir Politiker, die das Problem tatsächlich lösen wollten, dann wären die Finanzmärkte längst reguliert, der Einfluss der Banken und Großunternehmen beendet und die das Vorgehen tatsächlich im Interesse der Menschen. Es muss nur einmal ordentlich krachen und auch Deutschland wird mit herabgerissen. Schließlich sind wir so reich, dass wir erst einmal 200 Mrd Bürgschaften haben. Auch wenn wir huete nichts zahlen, das Risiko ist bei AAA, mit hoher Wahrscheinlichkeit. Aber so ist das wenn Physiker Bundeskanzler spielen.


Dieter schreibt:
24.06.2011 09:59

Unverständlich wie sich sämtliche Politiker, Verantwortliche der Wirtschaft in Abhängigkeit ihrer finanziellen Engagements etc. nur und ausschließlich für Einen Weg zur Lösung der Situation mit und in Griechenland aussprechen. Es sind weder betriebswirtschaftliche, volkswirtschaftliche noch Kenntnisse aus der Wirtschaftswissenschaft erforderlich um sagen zu können, dass dieses Land selbst bei einer zukünftigen positiven Wirtschaftleistung von meinetwegen 5 p.a. niemals in den nächsten zig Generationen diesen Schuldenberg auch nur annähernd bewältigen kann. Warum werden diese Ängste geschürt, dass bei einem Schuldenschnitt eine neue internationale Krise entstehen würde. Banken und sämtliche globale Wirtschaftsunternehmen können ihr finanzielles Engagement welches lediglich maximal 3 des Gesamtvolumens der jeweiligen Investoren ausmacht abschreiben. Andere können mit Umtauschzertifikaten selbstverständlich bedient werden. Keine einzige Bank, kein Wirtschaftsunternehmen etc. würde Pleite gehen. Lediglich der Jahresgewinn wäre um einen kleinen Faktor geringer. Kein Bürger müßte Angst haben aber der griechischen Gesellschaft wäre mehr als geholfen unter Beachtung der zukünftigen stattlichen und wirtschaftlichen Klarheit und Wahrheit in Hinblick Ihrer ordentlichen Wirtschaftsleistung mit Abgaben, Verwaltungsverantwortung etc. Also hier Angst zu schüren ist absoluter Nonsens. Ein kleines Beispiel für unsere Politiker: Wenn in ein schon gefülltes Schuldenfass immer wieder 1 Liter Schulden hineinfließt aber mit all den Maßnahmen welche nun durchgeführt werden sollen nur ein halber Liter entnommen entlastet wird, kann dies niemals funktionieren. Das Faß muß, ob man will oder nicht, erst einmal deutliche entlastet werden um einen Puffer zu erhalten. Der Schuldenzufluss muß unter die Schöpfungsmenge Belastungsmenge geführt werden Sanierung des gesamten politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Haushalts Also keine Panik einfach nur klare deutliche Zeichen setzen, den Bürgern dies verständlich mitteilen und hört bitte auf mit diesen Horrorszenarien.


stefan mäder schreibt:
24.06.2011 10:01

Herrn Samaras´Rezept ist billiger Placebo, doch er hat in einem Recht: Das, was derzeit in Griechenland unter Regie des IWF durchgesetzt werden soll, wird das Land ruinieren. Und insofern stellt sich die Frage, wo die Sinnhaftigkeit des Ganzen liegt, wenn im Ergebnis das herauskommen wird, was jetzt schon existiert: Ruinen... Der IWF hilft nicht, er plündert. Dutzende lateinamerikanischer und afrikanischer Länder wissen ein Lied davon zu singen.


Markus schreibt:
24.06.2011 10:25

@Stefan kann ich nur zustimmen. Was gerade geschiet ist eine Plünderung vor dem Bankrott. Eben noch alles privatisieren dem Volke rauben was geht um letztlich doch bankrott zu gehen. IMHO haben die ganzen Rettungsmaßnahmen nur einen Sinn wenn Kredite mit günstigen Zinsen gewährt und gleichzeitig die Wirtschaft mit Konjunkturmaßnahmen angekurbelt bzw. aufgebaut wird. Das kostet aber und weckt Begehrlichkeiten bei anderen EU - Staaten, somit wird doch lieber mit allen Mitteln nur das Finanzsystem gestützt, ohne eine wirkliche Lösung zu liefern. Die Ängste bleiben so aber erst einmal auch im Markt.


BringFrieden schreibt:
24.06.2011 11:09

Griechenland ist doch schon gerettet, da mit 120 Mrd die Schuldenlast um 34 abnimmt, damit bleibt Griechenland auf weniger als 99 des BIP an Staatsschulden sitzen. Der Samaras will nur mehr Stimmen auf sich vereinen. Seine politische Macht soll zunehmen. Am Ende stimmt er doch zu.


Christos Evdokiou schreibt:
24.06.2011 12:16

Mag sein das die Medizin asu IWF und EU nicht besonders gut ist, leider werden jedoch von Herrn Papandreou und Herrn Samaras die richtigen Massnahmen nicht ergriffen. Wieso braucht ein Land das Köpfe hat, die in Yale, Oxford oder sonstwo ihre Doktotiteln gemacht haben Sparprogramme von der IWF oder EU? Klar dass IWF und EU seine investierten Gelder nur zurück haben will. Wie ist denen do egal, soll das Land doch ruiniert werden, hauptsache die investierten Gelder sind gerettet. Dabei gibt es doch einfachere Wege die Schulden Griechendlands zu begleichen. Steuersenkung für Leute, die sowieso keine Steuern zahlen ist idiotisch zu verlangen!!!!! Lieber wäre es mal ein paar 100.000 Staatsbeamte zu entlassen, am besten angefangen von der Kirche!!! Das würde monatlich ein sparvolumen von 1,3 Mrd. Euro mit sich bringen!!!


Bernhard S. schreibt:
24.06.2011 12:59

Die Opposition hat natürlich Recht, wenn sie behauptet, dass höhere Steuern wirtschaftsfeindlich wirken und das Wachstum bremsen. Nicht umsonst haben die Iren sich vehement gewährt, die KöSt anzuheben. Irlands Wachstum ist vor allem auf den niedrigen Steuersatz zurückzuführen. Ob überhaupt internationale Konzerne bereit währen, in Griechenland zu investieren - selbst bei niedrigeren Steuersätzen - bezweifle ich sehr stark. Im Standortwettbewerb steht Griechenland wesentlich schlechter da als Ungarn, Rumänien, Tschechien, Slowakei und Polen. Die Löhne in Griechenland müssten dramatisch gesenkt werden um den Wirtschaftsstandort zu fördern. Warum sollte jemand in Griechenland produzieren oder Dienstleistungen anbieten, wenn er dies um einen Bruchteil der Kosten in der Slowakei oder in Tschechien tun kann. Noch dazu verfügen diese Länder über gut ausgebildete Fachkräfte. Die Lage in Griechenland ist katastrophal. Griechenland muss billiger werden um wettbewerbsfähig zu werden. Dann gehts auch mit der Wirtschaft bergauf.


the truth schreibt:
24.06.2011 13:27

Länder wie Griechenland sind das Opfer von Economic Hit Man´s. In diesem Fall werden große Geldsummen von erbracht die ein Land mit seiner eigenen Wirtschaft nicht mehr abbezahlen kann. Dann können die Economic Hit Man´s anstatt Rückzahlungen, Resourcen Fossile Brenstoffe, Stimmrechte in UN und Militärische Unterstützung verlangen. Das alles hat Griechenland hintersich. Jetzt kommen die Privatisierungen das so genannte aufräumprogramm der Economic Hit Man. Man bringt seine eigenen Firman in das Marode Land und kontroliert den großteil der Wirtschaft anhand der Mehrheit von Aktienanteilen und Strom, Bahn und Telekomunikationsgeselschaften.


rhaertl schreibt:
24.06.2011 13:34

Herr Samaras hat in allen Punkten recht, diesen Wahnsinn an Staatshilfen zu boykotieren;Ein sehr weiser Ökonom ist dieser Mann. Ein Land das bereits pleite ist braucht kein neues Geld, es braucht Perspektiven, dh. raus aus dem Euro wie von Fachleuten bereits zu Beginn der Krise gefordert. Und entmachtet endlich die Ratingargenturen. KEIN GELD FÜR GRIECHENLAND!!! and No Bail Out!!!


Greece schreibt:
24.06.2011 13:45

Man sollte versuchen große Firmen ins Land zu locken um den qualifizierten Jugendlichen im Land einen Arbeitsplatz zu bieten. Den um so weniger sich in diese Richtung tut, desto mehr Menschen werden das Land verlassen und in Wirtschaftsstärkere Länder ziehein wie Deutschland und Frankrech. Ohne eine Starke Einnahmequelle kann man diese angehäuften Schulden nicht stämmen. Außerdem sollten die Menschen ihre alten gewohnheiten ablegen und endlich merken das sie Steuern zahlen müssen. Ver allem sollte man darauf achten das Menschen mit hohem einkommen mehr besteuert werden als Menschen die wenig verdienen und es nicht ihne Kredite die sie aufnehemn müssen ober die Runden schaffen. Einfach gesagt es muss ein sicheres und vor allem gerechtes System in diesem Land geschafen werden.


hpm schreibt:
24.06.2011 14:28

Natürlich hat Samaras Recht: Es besteht ein klarer negativer Zusammenhang zwischen Abgabenbelastung u Wirtschaftswachstum auch wenn viele das in Deutschland immer noch nicht begreifen. Mir ist auch ein Rätsel, warum Steuererhöhungen in deutschen Medien Sparen genannt werden. Sparen heißt Ausgaben kürzen. Dagegen sperren sich die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes mit allen Mitteln, wo es aufgrund hemmungsloser Selbstbedienung auch viel Sinn machen würde. Und sie sind erfolgreich. Verfügen die Beamten aufgrund fehlender Gewaltenteilung doch auch über die Macht in den Parlamenten und verstehen es glänzend mit dem Hinweis auf die furchtbaren Folgen für den Kleinen Mann die Öffentlichkeit für sich einzunehmen und den Zorn auf die bösen Banken und Deutschen zu lenken. HPM


josten, hildegard schreibt:
24.06.2011 16:08

Die US- Ratingsagenturen sind die Pest. Sie bestimmen über das Wohl und Wehe, Hopp oder Top europäischer Staaten. Klar, muß es auch für Länder Bewertungskriterien geben, aber das Daumen hoch oder runter und die damit verbundenen Folgen verunsichern nur den ganzen Markt und das ist wenig hilfreich.Die Agenturen äußern nur Meinungen haften aber in keinem Fall.Außerdem vertreten sie b ei d e Seiten, auch die Verkäufer von Finanzprodukten. Das kann dann leicht die Sicht trüben. Dass Ratingsagenturen auch irren können, konnte man ja im Fall der Lehmann Pleite sehen. Erst top eingestuft, ein paar Tage später pleite....Was Griechenland betrifft habe ich nur eine Frage? Wie kann sich in einem Land mit 11 Millionen Einwohnern ein Schuldenberg von 340 Milliarden € anhäufen? Wofür wurde das Geld ausgegeben und ich welche Töpfe ist es geflossen??? Nächste Woche wird eine Schicksalswoche für die Griechen, denn dann geht es erst richtig los.....


Petr schreibt:
24.06.2011 16:13

Ich verstehe das hin und her überhaupt nicht, Griechenland hat Goldreserven, warum muss nicht erst von einen Land wie Griechenland das verkauft werden was an Kapitalmarkt veräußert werden kann. Oder hat Griechenland ein Sonderrecht, erst mal alles behalten und viel Geld aus der EU zu bekommen und in Saus und Braus weiterleben bis nichts mehr da ist!


Stolz schreibt:
24.06.2011 17:27

Politiker sollten durch Ihre Entscheidung mit Ihren eigenen Vermögen mithaften. Denn wenn mit Steuergelder so leichtsinnig umgegangen wird fällt mir nichts mehr dazu ein. Den größten Teil könnte man genauso gleich auf die Müllverbrennung fahren, denn durch eine Umschuldung käme sowas nahe.


MH schreibt:
24.06.2011 18:58

Interessant, was alles an unsinnigen Kommentaren geschrieben wird. Sicher könnte die Banken und Versicherungen einen Schuldenschnitt bei den Staatsschulden Griechenlands verkraften, weil sie einen Teil der Anleihen bereits abgebaut haben. Was das Griechenland helfen sollte, erscheint dagegen zweifelhaft. Einen großen Teil der Anleihen halten neben der EZB die griechischen Banken, die dann sofort insolvent wären und der griechische Staat könnte Sie nicht retten, womit denn? Die Auswirkungen auf die griechische Wirtschaft wären damit katastrophal, ganz zu schweigen auch für die Bürger mit ihren Ersparnissen etc. Griechenland wäre auch für Jahre vom Anleihemarkt ausgeschlossen oder wenn, dann nur gegen extrem hohe Zinsen. Was das Griechenland helfen soll, entzieht sich meiner Kenntnis. Und für uns? Neben den bisherigen Krediten, die wir abschreiben müßten, wären wir mit dabei über die EZB, die große Mengen der Anleihen im letzten Jahr aufgekauft hat. Und sobald Griechenland umgeschuldet wird, geht jeder davon aus, dass ähnliches mit Irland, Portugal, Spanien etc. passiert. Eine Refinanzierung der Staaten wäre über den Finanzmarkt wäre ebenfalls - wohl auch für Jahre - unmöglich, wir müßten halt dann diese Staaten über Jahre weiter alimentieren oder etwa auch einen Schuldenschnitt? Dann haben wir schließlich wieder ein Bankenproblem. Also, es hilft nichts, Griechenland muss sparen und wir Kredite geben, die anderen Alternativen sind schlimmer.


FSchweer schreibt:
24.06.2011 19:46

Herr Mäder schreibt... Der IWF hilft nicht, er plündert. Dutzende lateinamerikanischer und afrikanischer Länder wissen ein Lied davon zu singen Den Ansatz finde ich äußerst interessant: Offensichtlich ist das Projekt Europa EU gescheitert, wenn wir bei einzelnen Mitgliedern weitere Kandidaten die Griechenland irgendwann in den Staatsbankrott folgen werden gibt es ja zu Hauf... jetzt schon Vergleiche mit lateinamerikanischen und afrikanischen Ländern ziehen. Noch mehr wundert mich, wie die Europäer, die den ganzen Luxus den sich so manches EU-Land gönnt finanzieren dürfen wenn denen das Geld ausgeht, so ruhig bleiben. Ein Volk dass jahrzehntelang über seine Verhältnisse gelebt hat demonstriert und streikt gegen längst überfällige Sparmaßnahmen, die die zahlen dürfen gehen ohne zu Murren weiterhin ihrer Arbeit nach um die lieben streikenden Nachbarn weiterhin zu finanzieren, retten und zu subventionieren... Das kann verstehen wer will, ich nicht. Ich hoffe nur daß diese Stimmung nicht irgendwann kippt, dann könnte es ungemütlich werden in Europa.


HartmutHK schreibt:
24.06.2011 19:49

Was Griechenland braucht, sind grundlegende Strukturreformen. ND und PASOK haben in den vergangenen Jahrzehnten durch Ämterpatronage einen Beamtenapparat aufgebaut, der zu nichts anderem Nutze war, die eigenen Anhänger auf Kosten des Volkes zu versorgen. Ein Steuersystem, das auf Selbsteinschätzung, insbesondere der Schichten beruht, die wirklich Steuern hätte zahlen können, kann nicht funktionieren uund dann kommt dieser Herr Samaras daher und fordert weitere Steuersenkungen. Er hat doch in USA und sollte wissen, dass alle Steuersenkungen durch die Republikaner nur zu einer Umverteilung von unten nach oben geführt haben. Ein weiteres gravierendes Problem sind die griechischen Gewerkschaften, die ausschließlich das Wohl ihrer Klientel im Auge haben. Richtig ist auch, das Korruption ein grundlegendes Übel ist; übrigens auch in griechischen Konsulaten in Deutschland. Hier muss dringend angesetzt werden. Der einfache Grieche, der oft mehrer Jobs annehmen muss, um irendwie über die Runden zu kommen, der kann nicht mehr. Einem nackten Mann kann man nicht mehr in die Tasche greifen, allenfalls in die Genitalien. Der ganze Müll von EZB, EU und IWF wird die Mehrheit des griechischen Volkes in Armut und Ruin treiben. Ein ERP Programm für Griechenland unter strenger Berücksichtigung der oben genannten Strukturproble könnte dagegen eine wirksame Hilfe sein.


Ehrlichkeit! schreibt:
24.06.2011 23:27

Man muss nicht studiert haben um zu wissen, dass Ausgaben auf Dauer nicht über den Einnahmen liegen können. Leider wurde es jedoch Jahre lang praktiziert. Damit muss nun Schluss sein. Im Klartext, es muss gespart werden. Wo: Im völlig aufgeblasenem Staatsapparat. Auch wenns weh tut. Und es müssen ebenso die Einnahmen erhöht werden. D.h. Steuererhöhungen. Wo: In der Touristikbranche. Höhere Preise können auf die Touristen umgelegt werden. Griechenland ist als Reiseland immer noch sehr günstig. Aber auch ein Wort an die Griechen. Bitte weniger Arroganz, mehr Ehrlichkeit dem Staat gegenüber d.h. Steuern zahlen! In vielen Pensionen drückt man das Geld ohne Rechnung dem Hausherr in die Hand...so geht das nicht!, Arme hochkrempeln und auf gehts...Ihr habt ein tolles Land. Ihr schafft dass!


Björn schreibt:
25.06.2011 00:38

Ich bin schon ein wenig überrascht wie einige Kommentare hier die Realitäten verdrehen. Fakt ist, das die Griechen, Spanier, Italiener und Portugiesen seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse gelebt haben und noch dazu ihre Staatshaushalte zumindest die Griechen massiv manipuliert haben, um überhaupt noch Kredite zu bekommen. So erklärt sich auch das immer neue Milliardenbeträge nachgepumpt werden müssen weil diese Blase, die seit Jahrzehnten entstanden ist uns nun um die Ohren fliegt. Dann den IWF, Europa und die Institute, die die Gelder locker machen müssen, um diesen Sauhaufen zu sanieren als Ausbeuter zu bezeichnen ist entweder grotesk oder einfach nur dämlich.


Jan-Peter schreibt:
25.06.2011 01:48

Also wer Mathe auf die Reihe kriegt und Griechenlands Haushalt kennt dem muss klar sein dass es UNMÖGLICH ist die Schulden zurückzuführen! In unserem expansiven Geldsystem ist doch die Vorstellung jahrelang Überschüsse an Anleihehalter abzuführen absurd. Mal überlegt wie sich sowas für die Bevölkerung anfühlt? Wie Reparationszahlungen. Wenn die Griechen schlau sind erklären sie sich selber bankrott und treten aus dem Euro aus. Warum sollte das das Ende für dieses Land sein? Alle Schulden sind weg und man baut einfach ein neues Bankensystem auf. Es gab schon so viele Pleiten in der Geschichte und kein Land ist untergegangen. Und wenn Griechenland Gold hat, kann man die neue Währung ja zu Beginn decken. Aus dieser Lage kann die Bevölkerung zumindest wieder eine Vision aufbauen! Wenn es den Politikern wirklich um Frieden und Völkerverständigung ginge würde man den Griechen so eine Vision nicht nehmen!


stefan mäder schreibt:
25.06.2011 10:49

Herr Schweer, ich weiss ja nicht, was sie so für Vorstellungen von den griechischen Löhnen haben, aber eines ist mal sicher: Das Volk har ganz bestimmt nicht über seine Verhältnisse gelebt, nur weil es ein paar halbwegs menschengerechte Stundenlöhne gab, die wir als überzogen zu betrachten uns schon angewöhnt haben in den Jahren der Billig-Lohn-Inflation. 340 Mrd. Euro Schulden kommen nicht durch zu hohe Löhne zustande, sondern durch Korruption und Misswirtschaft. Und da der Kapitalismus immer noch ein hierarchisches Wirtschaftsmodell ist, bitte nicht mit dem Finger auf die Griechen... Banker die schaffen solche Summen spielend, Wirtschaftskapitäne, Europas Politiker - die leben über unsere Verhältnisse über ihre eigenen ist schier unmöglich.


skywalker schreibt:
25.06.2011 10:54

Ich halte Korruption und die Machtverteiung Vetternwirtschaft, etc... in GR für das grösste Problem. Geldhilfen ohne echte Strukturreformen, übrigens gilt das auch für andere europ. Laender, werden dem Land nicht wirklich helfen. In der Tat leidet der einfache Grieche tatsaechlich selbst, auch an diesem Problem. Und wenn man dies anspricht, heisst es gleich: naja, ist halt GR. Diejenigen, die die Macht haben, grinsen manchmal dazu oder lachen sogar, denen geht das Ganze am sonstwas vorbei. Mir tun die einfachen Griechen leid, und ich habe keine Lust, dass auch nur einen Cent von meinen Steuerzahlungen an die Assgeier in GR gehen. Vielmehr würde ich mir wünschen, dass das Geld den einfachen Griechen hilft. Wie kann man so etwas machen ?


Yannis schreibt:
25.06.2011 17:20

Das ganze Schreiben ist von der Partei PASOK diktiert....Es ist ein Unsinn. Pasok hat 20 Jahre regiert und hat den Staat mit Pasok Klienten vollgepumpt!!! Die 6 Jahre von Karamanlis sind fuer die Misere verantwortlich? Der Verfasser sollte sich schaemen...