Wirtschaft
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BMW-Aktie ist großer Verlierer: Dax schließt nur knapp im Plus

Nach einem starken Start am Morgen rettet sich der Dax zum Handelsschluss gerade noch in die Gewinnzone. Am Ende halten sich positive Vorgaben aus den USA und Japan und negative Signale der deutschen Industrie wohl die Waage.

Der Dax hat am Montag seinen zunächst eingeschlagenen Erholungspfad in der letzten Handelsstunde verlassen und seine Gewinne zum Sitzungsende deutlich reduziert. Mit einem Plus von 0,15 Prozent auf 9210 Punkte ging der Leitindex schließlich über die Ziellinie.

Gleich zur Handelseröffnung hatte er mit einem Sprung bis auf 9343 Punkte zunächst mit Verspätung auf die starken US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag, an dem an der Frankfurter Börse wegen des Feiertags nicht gehandelt wurde, reagiert. Inzwischen gewichten Marktteilnehmern aber offenbar schwache Daten aus der deutschen Wirtschaft wieder stärker.

Für den MDax ging es am Montag um 1,22 Prozent auf 15.757 Punkte nach oben. Der TecDax zog um 0,97 Prozent auf 1226,25 Punkte an.

Aus Deutschland kamen am Morgen bereits negative Konjunkturnachrichten: Die Industrie hatte im August nach einem starken Vormonat einen unerwartet heftigen Dämpfer beim Auftragseingang erhalten. Dies allerdings speise am Markt auch die Hoffnung, dass die Europäische Zentralbank (EZB) zu einem Anleihekaufprogramm zur Stützung der Konjunktur gedrängt werde, schrieb Marktanalyst Andreas Paciorek vom Broker CMC Markets.

Lufthansa starten Aufholjagd

Größter Verlierer im Dax waren die Titel von BMW - die Aktie gab um 2 Prozent nach. Auch Siemens verzeichneten Verluste von 1,6 Prozent. Grund hierfür dürften negative Aussagen der neuen Energie-Chefin Lisa Davis zur Kraftwerkssparte sein. Sie erwartet auch in den kommenden zwei bis drei Jahren ein niedriges Margenniveau. "Der angesprochene Zeitraum mit schwachen Margen in der Kraftwerkssparte ist länger als gedacht", sagt ein Händler: "Analysten hatten mit einem schnelleren Turnaround gerechnet".

Fresenius reagierten auf einen Bericht in der FT mit 1,4 Prozent im Minus. Danach könnte ein Kauf der Danone-Sparte für medizinische Ernährung bevorstehen. "Ein möglicher Drei-Milliarden-Euro-Zukauf belastet immer", sagt ein Händler. Strategisch wäre dies aber positiv zu werten. "Über die Möglichkeit war schon öfters berichtet worden und Analysten hatten es in Szenarien als sinnvoll bezeichnet, daher überrascht es nicht wirklich", so der Händler weiter.

Lufthansa hingegen starteten eine Aufholjagd und liegen mit einem Plus von 2,1 Prozent am Ende auf Platz eins der Dax-Rangliste. Dahinter folgen die Aktien der Commerzbank, die 2,0 Prozent zulegen konnten.

Airbus und Rheinmetall gehörten zu den größten nachrichtlich getriebenen Gewinnern im MDax. "Hier setzt sich klar die Fantasie auf eine Konsolidierung im europäischen Rüstungssektor durch", sagt ein Händler. Airbus-Chef-Enders hatte sie als längst überfällig bezeichnet. Natürlich werde dabei nicht auf eine direkte Verbindungs zwischen Airbus und Rheinmetall gesetzt, "aber Rheinmetall ist das einzig deutsche Unternehmen im Sektor, mit dem man die Story auch am Aktienmarkt spielen kann", so der Händler weiter. Airbus schließen mit einem Plus von 4,4 Prozent, Rheinmetall mit 1,3 Prozent Zuwachs.

KlöCo und Salzgitter lassen nach

Im MDax legen die Papiere der Norma Group zudem kräftig zu und steigen um 4,6 Prozent. Zuvor hatten Händler der Bank of America Merrill Lynch die Einschätzung zur Aktie von "neutral" auf "kaufen" erhöht. Die Norma Group mit Sitz in Maintal ist ein führender Anbieter von Verbindungstechnik.

Der Stahlhändler Klöckner & Co hat mit einer Investorenkonferenz in der vergangenen Woche die Anleger offenbar nicht überzeugt. Am Montag gaben die Aktien 2,1 Prozent nach. Auch die Aktien von Salzgitter verloren in der Spitze fast zwei Prozent auf 25,02 Euro, schließen letztendlich mit 1,3 Prozent im Minus.

Das Management von Klöckner & Co hatte sich zwar zuversichtlich über die Steigerung der Ertragskraft geäußert. Doch räumte Vorstandschef Gisbert Rühl ein, dass das Geschäft in Europa schwächele. Das belaste den Kurs vermutlich aber nur kurzfristig, erklärte DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp in einem Kurzkommentar. Er hielt daher an seiner Kaufempfehlung fest. Salzgitter litten Händlern zufolge unter einem Medienbericht, wonach Deutschlands zweitgrößter Stahlkonzern im Verdacht steht, bei Geschäften im Iran und Nigeria gegen Steuergesetze verstoßen zu haben.

BVB-Aktien nach Heimpleite im Abwärtstrend

Gegen den Trend geriet Borussia Dortmund (BVB) unter Verkaufsdruck. Nach der 0:1-Heimpleite gegen den Hamburger Sportverein (HSV) gaben die im Kleinwerte-Index SDax gelisteten Aktien des Fußball-Bundesligisten 4 Prozent nach.

Die Übernahme des US-Konkurrenten Bluebeam hat Nemetschek am Montag Auftrieb gegeben. Die Aktien des Herstellers von Software für Architekten schließen mit 3,2 Prozent im Plus. Der Kaufpreis von 100 Millionen sei zwar recht teuer, sagte ein Börsianer. Bluebeam sei aber ein wachstumsstarkes Unternehmen mit einer operativen Gewinnmarge auf dem Niveau von Nemetschek. "Außerdem vergrößert es die Präsenz in den USA", fügte er hinzu.

Die Aktie des Berliner Startup-Inkubators Rocket lässt nach dem verpatzten Börsenstart auch am Montag weiter nach: Ihr Wert fällt deutlich um 5,5 Prozent. Sie schlossen damit bei 35,44 Euro nachdem sie am vergangenen Donnerstag mit einem Ausgabepreis von 42,50 Euro in den Handel gestartet war. Zalando hingegen können sich am Montag zunächst leicht verbessern - fallen am Ende aber auch kräftig um 5,14 Prozent auf 17,70 Euro. Der Ausgabepreis der Papiere lag vergangene Woche bei 21,50 Euro.

Quelle: n-tv.de

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